KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 2/2026

02 / 2026 FRÜHLINGSTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 53 Ärzt:innen & MPA Referat 3: Kardiologie Kinderherzen – viel mehr als eine Fachdisziplin! Damian Hutter präsentierte ein sehr praxisorientiertes Referat zur Kinderkardiologe mit anschaulichen Fallbeispielen, teilweise im Verlauf von der Geburt bis ins Teenageralter. Eine der wichtigsten und potenziell gefährlichsten Diagnosen ist die Aortenisthmusstenose. Diese kann postnatal initial unauffällig verlaufen und sich typischerweise erst nach Verschluss des Ductus arteriosus zwischen dem dritten und siebten Lebenstag klinisch manifestieren. Betroffene Neugeborene zeigen dann z.B. Trinkschwäche, stossende Atmung und kalte Extremitäten. Bei älteren Kindern kann sich die Erkrankung durch arterielle Hypertonie oder eine verminderte Belastbarkeit äussern. Ein weiteres relevantes Krankheitsbild ist die hypertrophe Kardiomyopathie, welche zu etwa 60 Prozent genetisch bedingt und autosomal dominant vererbt ist – wobei die Familienanamnese auch mal Haken schlagen kann, wie das eindrückliche Fallbespiel zeigte. Die hypertrophe Kardiomyopathie stellt eine der häufigsten Ursachen für den plötzlichen Herztod im Jugendalter dar. Klinisch fallen die Kinder häufig durch verminderte Leistungsfähigkeit, Belastungsdyspnoe oder Synkopen auf, insbesondere wenn diese unter körperlicher Belastung auftreten. Im EKG können Zeichen einer linksventrikulären Hypertrophie bestehen. Komplikationen umfassen relevante Rhythmusstörungen, progrediente Herzinsuffizienz und in fortgeschrittenen Fällen die Notwendigkeit einer Herztransplantation. Synkopen stellen ein häufiges Vorstellungsproblem dar und sind in der Mehrzahl der Fälle benigne, insbesondere wenn eine rasche Erholung erfolgt und ein klarer Auslöser vorliegt. Warnzeichen sind jedoch Synkopen unter Belastung, fehlende rasche Erholung oder vorausgehende Palpitationen. Und was wir für uns persönlich vielleicht mitnehmen und umsetzen können, sind einige kardioprotektive Faktoren: Musik senkt die Herzfrequenz, stabilisiert den Kreislauf und kann Angst sowie Stress reduzieren. Lachen führt zur Entspannung der Gefässwände, senkt den Blutdruck und verbessert die Durchblutung. Knoblauch wirkt blutverdünnend und kann die Gefässfunktion sowie den Blutdruck positiv beeinflussen. Nüsse, insbesondere Walnüsse, können bei regelmässigem Konsum das Risiko für Hypertonie und Hypercholesterinämie reduzieren. Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil kann Atherosklerose verlangsamen. ■ REFERENT: DR. MED. DAMIAN HUTTER FACHARZT FÜR KINDER- UND JUGENDMEDIZIN, SP KINDERKARDIOLOGIE, LEITENDER ARZT KINDERKLINIK WILDERMETH, BIEL, UND KINDERARZTPRAXIS MIT HERZ, BERN AUTOR: DR. MED. MATTHIAS FERRETTI FACHARZT FÜR KINDER- UND JUGENDMEDIZIN, MITGLIED REDAKTIONSKOMMISSION, WINTERTHUR Korrespondenzadresse: m.ferretti@hin.ch Foto: Shutterstock Foto: Kinderärzte Schweiz

RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx