Zenit Nr. 3. September 2026

Zenit | September 2026 24 Fanny Nüssli und Mario Gsell wohnen im Bahnwärterhaus. My Le arbeitet im Zugbistro. Ernst Lütolf engagiert sich für den Pendelzug Mirage. Ruedi Steinmann und Stefan Casanova lieben den Modellbau. Sie alle sind auf ganz unterschiedliche Weise mit der Schiene verbunden. Faszination Eisenbahn TEXT UND FOTOS: ASTRID BOSSERT MEIER Aussichtsreicher Arbeitsplatz: My Le liebt ihren Job als Bahnstewardess bei Elvetino, einer Tochtergesellschaft der SBB. My Le (39) Emmen My Le hat eine gute Bodenhaftung. Zum Glück. Denn als Bahnstewar- dess sind Gleichgewicht und Tempo gefragt. Bis zu 400 Bahnkilometer legt die 39-Jährige pro Arbeitstag zurück und versorgt die Reisenden mit Kaffee, Snacks oder warmen Mahlzeiten. Heute ist die Mutter von zwei Kindern zwischen Luzern und Inter- laken unterwegs – ihre Lieblingsstrecke. «Viele Touristen sagen, es sei wie im Paradies. Und das stimmt. Im Sommer ist die Landschaft blau und grün, im Herbst orange und im Winter weiss.» Fürs Panorama bleibt ihr allerdings wenig Zeit: Das Bistro ist voll besetzt. Die ausgebildete Hotelfachfrau nimmt Bestellungen auf, serviert auch auf kurvenreichen Abschnitten mit sicherer Hand und kassiert, bevor die Gäste aussteigen. «Der Zeitdruck ist anspruchsvoll», sagt sie. «Der Zug wartet nicht.» Doch auch nach sieben Jahren liebt sie es, arbeitend von Zürich nach Genf oder von Basel ins Tessin zu reisen. Apropos Tessin: Besonders empfehlenswert sei ein Bistro-Besuch im «Giruno» nach Lugano. «Es ist ein schöner, grosszügiger Zug, sogar mit zwei Restaurants.» My Les Tipp: «Wer ganz sicher einen Platz will, reserviert vorgängig.»

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