KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 3/2026

03 / 2026 FORTBILDUNG: THEMENHEFTTEIL KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 35 Die inspiratorische Kurve wird unterhalb der X-Achse dargestellt und zeigt einen bogigen Verlauf. Hier würde sich im Fall einer extrathorakalen Stenose eine Auffälligkeit im Sinne einer deutlichen Abflachung zeigen. Neuerungen bzgl. der Beurteilung Bezüglich der Beurteilung haben sich zwei wesentliche Neuigkeiten in den letzten Jahren ergeben: 1. Verwendung der Z-Scores Im Gegensatz zu den seither verwendeten %-Soll des Normwertes erfolgt die Beurteilung heutzutage vorwiegend unter Anwendung von Z-Scores. Z-Scores sind ein statistisches Mass, welches angibt, wie viele Standardabweichungen ein spezifischer Messwert vom Mittelwert entfernt ist. Die Z-Scores sind in gewisser Weise den Perzentilen ähnlich, mit denen wir Pädiater:innen vertraut sind. Die 50. Perzentil entspricht dabei einem Z-Score von O, die 5. Perzentil einem Z-Score von –1.645 und die 95. Perzentil einem Z-Score von +1.645. Durch die Anwendung der Z-Scores kann der unterschiedlichen Normalverteilung eines Parameters in den verschiedenen Altersgruppen besser Rechnung getragen werden und die Unschärfe, ob und ab wann ein Befund als pathologisch eingeschätzt wird, wird besser abgebildet. Hier gilt ein Z-Score von –1.645 entsprechend der 5. Perzentil als unterer Grenzwert (LLN = lower limit of normal). Durch die Verwendung von Z-Scores wird darüber hinaus die Beurteilung der Schweregrade jeglicher Veränderungen vereinheitlicht. Hierbei gilt: ■ –1.6 Z-Score bis –2.5 Z-Score: milde Einschränkung ■ –2.5 Z-Score bis –4 Z-Score: moderate Einschränkung ■ <–4.1 Z-Score: schwere Einschränkung Regelmässig angewendet und mit etwas Geduld gelingt die Umgewöhnung sehr gut. 2. Positive Bronchodilatatorenantwort Die zweite wesentliche Neuerung betrifft die neue Definition, wann eine Bronchodilatatorenantwort als positiv beurteilt wird. Während hierfür früher +12 % des Ausgangsbefundes des Erstsekundenvolumens (FEV1) und/oder 200 ml galt, gilt jetzt eine Verbesserung des Wertes in Relation zum Sollwert von 10 %. Auch hier gilt, dass dies in allen Geräten korrekt hinterlegt werden kann. Einmal eingestellt, wird das Gerät den Wert automatisch berechnen. Für Fälle, in denen keine automatische Berechnung vorliegt, gilt vorliegende Berechnungsformel: Abbildung 2. Reproduzierbarkeit von Fluss-Volumen-Kurven. Quelle: Eigene Darstellung nach Criée Carl-Peter et al. (2) Abbildung 3. Fluss-Volumen-Kurven mit häufigen Fehlern und Massnahmen zu deren Verbesserung. Quelle: Eigene Darstellung nach Criée Carl-Peter et al.2 z. B. Asthma, COPD Typische Innenkrümmung der Ausatmungskurve. PEF meist niedrig. FVC häufig normal. z. B. Asthma, COPD Typische Innenkrümmung. PEF meist deutlich erniedrigt. Evtl. mit erniedrigter FVC. Form der Fluss-Volumen-Kurve weitgehend erhalten. FVC und PEF erniedrigt. Abbildung 4. Typische Veränderungsmuster der Fluss-Volumen-Kurve. Von links: leichte Obstruktion; deutliche Obstruktion; Restriktion. Quelle: Eigene Darstellung nach Criée Carl-Peter et al.2 < 5 % Die grösste und zweitgrösste Fluss-VolumenKurven sind nahezu deckungsgleich. akzeptable Reproduzierbarkeit > 5 % Die beiden grössten Fluss-VolumenKurven divergieren zu stark. Reproduzierbarkeit unakzeptabel 1.Messung 2.Messung 3.Messung Die 3 Fluss-Volumen-Kurven sind nahezu deckungsgleich. optimale Reproduzierbarkeit Massnahme: Patient:innen evtl. vorher abhusten lassen. Husten während der Ausatmung gezackte Kurve Massnahme: Patient:innen bitten, schlagartig so schnell wie möglich auszuatmen. zögerlicher Start der Ausatmung kein steiler Anstieg Massnahme: Patient:innen bitten, mit aller Kraft auszuatmen. geringe Anstrengung abgerundete obere Spitze Massnahme: Patient:innen bitten, so lange wie möglich auszuatmen. unvollständige Ausatmung Kurve nicht geschlossen Massnahme: Patient:innen bitten, vor dem forcierten Ausatmen länger und tiefer einzuatmen. vorher nicht maximal eingeatmet parallel verkleinerte Kurve Massnahme: Patient:innen bitten, so lange wiemöglich auszuatmen. frühzeitiger Abbruch der Ausatmung rechte Spitze fehlt (Wert nach Broncholyse [in Liter] – (Wert vor Broncholyse) [in Liter]) ×100 Sollwert in Liter Bronchodilatatorenantwort =

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