03 / 2026 FORTBILDUNG: THEMENHEFTTEIL KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 29 YVETTE JUNG KINDERKRANKENSCHWESTER, GESUNDHEITSPÄDAGOGIN HOCHGEBIRGSKLINIK DAVOS Korrespondenzadresse: yvette.jung@hgk.ch Um die Instruktionen zum Inhalieren im Praxisalltag etwas zu vereinfachen, werden in diesem Beitrag einige praktische Tipps und Tricks kurz und bündig zusammengefasst. Bis ein Kind zufriedenstellend inhalieren kann, braucht es einige kurze Übungssequenzen, etwas Geduld und ab und an eine neue Standortbestimmung, um jederzeit eine optimale Deposition der Inhalativa mit der dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechenden Technik zu erreichen. Tipps und Tricks beim Inhalieren ■ Luft anhalten üben (z. B. mit Strohhalm und Wattebausch; mit leicht geöffnetem Mund und rund geformten Lippen – ähnlich einem Fischmaul – das Luftanhalten üben). ■ Mit den Fingern mitzählen lassen, Reime zum Zählen nutzen ■ Vorerst mit Gegenatmung (also mehrmals ruhig durch den Mund ein- und ausatmen), dann mit Luftanhalten üben (nach jedem Einatemzug für ca. 5 Sekunden die Luft anhalten) Umstellung auf Pulver ■ Einatemspiele zur Vorbereitung ■ Einatempfeifen der Hersteller oder Lippenheuler nutzen ■ Vorher ausatmen üben, nicht in die Pulverinhalatoren ausatmen: Cave-Feuchtigkeit! ■ Luft anhalten üben (mit leicht geöffnetem Mund und rund geformten Lippen – ähnlich einem Fischmaul – sowie Ansaugspiele mit dem Strohhalm) ■ Auf die Sogrichtung achten: waagerecht ■ Handling wiederholt unter Anleitung, dann selbstständig an Placebos trainieren ■ Auf Feuchtigkeitsempfindlichkeit/Lagerung hinweisen ■ Cave: Im Notfall kann häufig der notwendige Einatemsog nicht erreicht werden! Praxisalltag ■ Weniger reden, mehr (vor)machen: Kinder imitieren das Manöver ■ Viel loben, kleine Belohnungen, Eltern bestärken ■ Gleiche Instruktionshinweise innerhalb der Praxis geben: Anzahl der Einatmungen bei Gegenatmung/ mit Luft anhalten ■ Kurzinstruktionen sind effektiv! MPAs schulen und instruieren lassen ■ Inhalationsmanöver immer wieder wiederholen und überprüfen ■ Maximal einen Fehler pro Konsultation korrigieren ■ Immer auf Mundspülung hinweisen und Hygienezustand der Devices und Vorschaltkammern prüfen Inhalation mit Maske ■ Kindern schon während der Untersuchung eine Maske zum Erkunden in die Hand geben ■ Eltern an einer Puppe alternative Haltetechniken und Maskensitz vorzeigen ■ Akustische, haptische oder optische Reize, z. B. zur Ablenkung, einsetzen ■ Mit den Fingern Anzahl der Einatemmanöver zeigen und laut mitzählen ■ Maske sanft auf Mund und Nase setzen, auf guten und dichten Sitz achten ■ Cave Soor: nassen Waschlappen sowie Wasser/ Teeflasche bereit haben Haltetechniken ■ Möglichst immer aufrecht und mit Blickkontakt zum Kind ■ Sitzend, aber auch stehend möglich, liegend nicht empfohlen Beispiel: eine Hand hinter dem Rücken, die andere Hand sanft halten, die Beine des Kindes zwischen den eigenen Beinen sanft fixiert. Umstellung auf Mundstück ■ So früh wie möglich! Sobald bewusste Ein- und Ausatmung durch den Mund gelingt. ■ Kindern Vorschaltkammern ohne Mundstück zum Erkunden in die Hand oder den Mund geben ■ Anfangs ohne Spray in Ruhe und in eigenem Tempo ausprobieren lassen ■ Pustespiele zum Ein-/und Ausatmen (Strohhalme, Wattebäusche, Tischtennisbälle) Fotos: PARI GmbH
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