FORTBILDUNG: THEMENHEFTTEIL 03 / 2026 KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 32 Phänotyp (allergisch vs. nicht-allergisch) differenzieren zu können, u. a. um auch entsprechende Präventivmassnahmen einleiten zu können. Bei atypischer Anamnese oder fehlendem Therapieansprechen sollten Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden. Mögliche und häufige Differentialdiagnosen sind eine induzierbare laryngeale Obstruktion (ILO, oft als Stimmbanddysfunktion bezeichnet), eine dysfunktionale Atmung oder eine körperliche Dekonditionierung. Therapie Die Therapie basiert auf den Richtlinien der Global Initiative for Asthma (GINA), welche jährlich aktualisiert werden; es gibt für verschiedenste Altersgruppen entsprechende Stufenschemata.6,11 Ziel der Asthmatherapie ist eine vollständige Asthmakontrolle, Vermeidung von Exazerbationen und ein Leben ohne asthmabedingte Einschränkungen zu ermöglichen. Ein rascher Beginn der Therapie nach Diagnosestellung gemäss Stufenplan in Abbildungen 2 und 3 ist empfohlen. Risikofaktoren und Komorbiditäten sollten bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden. Die Therapieadhärenz wird durch «shared decision making» und ein schriftliches Therapieschema verbessert. Persistierend unkontrolliertes Asthma wird mit reduziertem Lungenwachstum und späterer COPD assoziiert.13,14 Daher sollte regelmässig evaluiert werden, ob das Asthma unter Therapie gut kontrolliert ist und ggf. die Therapie adaptiert werden muss. Bei Verlaufskontrollen sollte auch die Inhalationstechnik überprüft und instruiert werden. Inhalation via Vorschaltkammer geht mit der besten pulmonalen Wirkstoffdeposition einher. Ab 4 Jahren (spätestens ab 6 Jahren) sollte die Inhalation via Vorschaltkammer mit Mundstück anstelle einer Maske erfolgen. Es empfiehlt sich zudem auch, einen Therapieplan auszustellen und diesen mit den Patient:innen und den Eltern zu besprechen. Frühkindliches Asthma Die Diagnose Asthma im Vorschulalter ist schwierig bzw. je nach Alter nicht möglich zu stellen, da diagnostische Tests wie die Spirometrie mitarbeitsbedingt sind, und meist erst ab dem Schulalter qualitativ gut und verwertbar durchgeführt werden können.12 Frühkindliches Asthma ist eine Verdachtsdiagnose und keine gesicherte Diagnose. Dennoch ist es wichtig, die Kinder mit einem V.a. frühkindliches Asthma zu identifizieren, um leitliniengerecht eine entsprechende Therapie und Präventivmassnahmen in die Wege leiten zu können. Auch im Vorschulalter basiert die Diagnosestellung auf einer typischen Anamnese und Klinik. Kinder mit ≤ 10 Tagen Husten, Wheezing oder Dyspnoe während oberer Atemwegsinfektionen, maximal 3 Episoden pro Jahr, ohne Beschwerden zwischen den Episoden, haben eine geringe Wahrscheinlichkeit, Asthma zu entwickeln («rezidivierende obstruktive Bronchitiden»).15 Kinder mit > 10 Tagen Symptomen, > 3 oder schweren Episoden pro Jahr, Symptomen zwischen den Episoden beim Spielen oder Lachen, Sensibilisierung gegen Aeroallergene, Eosinophilie, atopischer Dermatitis, Nahrungsmittelallergie oder positiver Familienanamnese für Asthma haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, Asthma zu entwickeln («frühkindliches Asthma oder Verdacht auf Asthma»).12 Die meisten Vorschulkinder haben rezidivierende obstruktive Bronchitiden und benötigen nur bei Bedarf/im Infekt eine Therapie (Stufe 1 gemäss Stufenplan nach GINA, Abbildung 4). Präventiv können bei diesen Kindern gemäss neuerer Daten auch orale bakterielle Lysate eingesetzt werden.6,12 Kinder mit Verdacht auf ein frühkindliches Asthma erhalten bei rezidivierenden oder schweren Episoden, verkürztem Intervall oder Hospitalisationen eine Therapie gemäss GINA Stufe-2-Therapie (Abbildung 4).6,12 Abbildung 2. Stufentherapie für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren. Quelle: Paediatrica Vol. 34-3/2023 Pneumologie. DOI: 10.35190/Paediatrica.d.2023.3.2 Abbildung 3. Stufentherapie für Jugendliche ab 12 Jahren. Quelle: Paediatrica Vol. 34-3/2023 Pneumologie. DOI: 10.35190/Paediatrica.d.2023.3.2
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