HESS - 1882-2007

96 Busse ab den frühen 70er Jahren mit auf den Weg bekamen. Die Carrosserien waren aus Aluminium gefertigt. Um dem Fahrer störende Reflexe zu ersparen, waren alle VST-Einheitstrolleybusse mit gewölbten Frontscheiben versehen worden, die Basler und Zürcher Fahrzeuge mit den kleinflächigen Original-Werkspoor-Scheiben, der Rest mit den grossflächigen Scheiben von HESS (HESO-Front). Aufgebaut wurde auf dem FBW GTr91 Chassis mit Luftfederung und lastabhängigen Zweikreis-Druckluftbremsen. Zürich und Bern wählten den 18,00 m langen Typ 91GTL mit einfach bereiften Nachläuferachsen. Basel, Genève und Neuchâtel kauften den Typ 91GTS mit zwillingsbereiftem und ungelenktem Nachläufer, Gesamtlänge 17,50 m, obwohl man sich vom zweimotorigen Antrieb (wie früher bei der APG-Reihe) verabschiedet hatte. Der elektrische Teil stammte vom Genfer Unternehmen Sécheron, das 1970 von BBC Baden (Schweiz) übernommen worden war. Eingebaut wurden die neu entwickelten elektronischen Gleichstromsteller-Steuerungen (auch «Chopper» genannt, to chop = zerhacken). Die elektrischen Ausrüstungen waren für eine Fahrdrahtspannung von 600 V und eine Maximalspannung von 720 V ausgelegt. Als Fahrmotor wurde eine vierpolige eigenbelüftete Hauptschlussmaschine eingebaut (166 kW/225 PS). Die gesamte elektrische Ausrüstung war kompakt im Zugwagen untergebracht. Lediglich der VW-Hilfsantrieb der Notfahrgruppe und die 24-V-Bordbatterien befanden sich im Nachläufer. Um die Fahrer zu entlasten und um die Bedienungsweise der Trolleybusse den Dieselbussen mit Automatikgetrieben anzupassen, wurden die Busse mit einer Steuerelektronik (Fahrelektronik) ausgerüstet. Diese erhielt ihre Befehle über die beiden Fusspedale und gab sie an die Choppersteuerung weiter. Mit der stufenlosen Regelung der Zug- und Bremskräfte wurde nicht nur ein wesentlich erhöhter Fahrkomfort geboten, sondern auch die Wirtschaftlichkeit durch Reduzierung des Energieverbrauchs von etwa 15–20 % gegenüber einer Anfahrsteuerung über Widerstände erhöht. Mit dem Wegfall der Stromspitzen beim Anfahren konnten auch die Gleichrichterstationen günstiger dimensioniert werden. Zum Verwechseln ähnlich Trolleybusse wurden in der Produktionszeit der VST-Einheitstrolleybusse auch von Lausanne, Lugano, Luzern, Schaffhausen und Winterthur beschafft. Diese Betriebe wollten aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht die vom VST vorgeschlagene Lösung wählen. Für alle diese Betriebe konnte HESS die Carrosserien liefern, die grosse Ähnlichkeiten mit der VST-Serie aufwiesen. Für Links: 1993, HESS- Trolleybusse im Einsatz in St. Gallen Unten: Die Zeichnung zeigt einen NAW BGT/N-Niederflur-Gelenktrolleybus mit den wichtigsten Abmessungen und der Anordnung der verschiedenen Aggregate. Dabei bedeuten: 1= Stromabnehmer, 2= Retriever, 3= Traktionsblock, 4= Bordnetzversorgung mit Batterieladegerät, 5= Fahrmotor, 6= Lenkhilfpumpe, 7= Notfahraggregat, 8= Brennstoffbehälter, 9= Kompressorgruppe, 10= Batterien. Ein Kilowatt entspricht 1,359 621 617 PS, also 1 PS = 0,735 498 75 kW P 3/4 kW

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