93 An die Erfolgsgeschichte der selbsttragenden Aluminiumbusse (vg. Kapitel Busse) anknüpfen konnte HESS bei einer Ausschreibung der St.Galler Verkehrsbetriebe. Diese benötigten auf den Umstellungstermin ihrer letzten Tramlinie im Oktober 1957 eine grössere Anzahl Trolley- und Autobusse. Für die 12 Trolleybusse ging der Auftrag komplett an HESS, das heisst die Konstruktion des Unterbaus und der Carrosserie. Bei den vier Autobussen karossierte HESS die von Saurer hergestellte 5DUP Plattform (vgl. Kapitel Busse). Da die Fahrzeuge sehr erfolgreich waren, kam HESS 1967 in St.Gallen nochmals zum Zug. Im Gegensatz zum ersten Auftrag stellte HESS nicht nur die 18 Trolleybusse, sondern auch die 21 Autobusse komplett her, selbstverständlich in Voll-Aluminiumausführung. Daneben konnte HESS den Bieler Verkehrsbetrieben 1958 noch zwei Nachzügler liefern. 1966 erweiterten die Rheintalischen Verkehrsbetriebe ihre kleine Trolleybusflotte um zwei HESS/FBW/SAAS Tr51 Grossraumfahrzeuge. Und zwischen 1964 und 1966 bezogen die Verkehrsbetriebe der Stadt Fribourg 8 Saurer 4TP54 mit HESS-Carrosserien. Hess vertraut auf Aluminium 1957 hatten FBW, SWS und MFO den Zürcher Verkehrsbetrieben den Gelenktrolleybus-Prototyp GTr51 abgeliefert. Zürich, Bern und Winterthur entschlossen sich zur Serienbestellung, so dass 1961 bei diesen drei Unternehmungen insgesamt 42 Gelenktrolleybusse mit dem FBW GTr51 Chassis im Betrieb standen. Weitere 5 Fahrzeuge für Zürich waren bereits bestellt, Winterthur, Schaffhausen und Genf standen vor einer grösseren Beschaffung. In Fachkreisen sah man einen steigenden Bedarf an Gelenktrolleybussen voraus, die, sofern vereinheitlicht und rationell gefertigt, zu einem akzeptablen Preis angeboten werden sollten. Ausgehend von den erwähnten GTr51 entwickelte der Verband schweizerischer Transportanstalten (VST) mit den Industrieunternehmen BBC, MFO und SAAS (elektrischer Teil) sowie SWS, SWP und Ramseier+Jenzer (wagenbaulicher Teil) einen Schweizer Einheits-Gelenktrolleybustyp. Den Beteiligten gelang es, eine erste Bestellung von 40 Fahrzeugen zusammenzutragen – 21 Fahrzeuge für Genf, 14 für Winterthur und 5 für Schaffhausen. SWP, SWS und Ramseier+Jenzer formierten sich nun zur Arbeitsgemeinschaft für pneubereifte Gelenkfahrzeuge (APG). Obwohl das Konzept den wahlweisen Einbau von Laufwerken der Firmen Berna/Saurer oder FBW zuliess, bekamen alle 40 APG-Fahrzeuge Berna Komponenten. Um Langlebigkeit mit den benötigten Revisionsmöglichkeiten zu erreichen, wurde bewusst auf extremen Leichtbau verzichtet. Trotzdem ging man nicht von einem herkömmlichen Chassis aus. Untergestell, Seitenwände, Dach, Front- und Heckgerippe wurden aus gepressten Stahl-Leichtprofilen gefertigt. In geschweisster Trolleybusse Unten: Unterbau in Aluminium aus Anticorodal Abkantprofile mit durchgehenden Traversen. Viele Teile hatten zwei- bis dreifache Funktionen, daher wurde optimales Gewicht erreicht. Alle Verbindungen geschraubt.
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