HESS - 1882-2007

54 Links: HESS Omnibus, AZZK Zollikon Nr. 6 (1950). Mitte: HESS Reise- und Kurswagen, Grenchen und Umgebung, ca. 1955. cken vermochte. Ein entsprechender Schub entstand vor allem durch Aufträge für St.Gallen und Winterthur mit Aufbauten und Fahrgestellen in Aluminium. Neue, grössere und komplexere Profile konnten gepresst werden, die mithalfen, die Montagzeiten zu reduzieren. Der erste selbsttragende Autobus in Aluminium Bisher wurde der Wagenkasten auf einen verhältnismässig schmalen und gegen Verdrehung wenig widerstandsfähigen Chassisrahmen aufgebaut. Die Carrosserie musste also bedeutende Torsions- und Schubbeanspruchungen übernehmen, so dass oft örtliche Überanspruchung die Folge war. Infolgedessen mussten diese Aufbauten ziemlich stark überdimensioniert werden und ergaben zusammen mit dem robusten Chassisrahmen ein hohes Leergewicht. 1951 ging bei Kässbohrer in Ulm der erste selbsttragende Omnibus «Setra» in die praktische Erprobung. Vieles sprach für dieses Konzept: Neben der Gewichtsersparnis, die für den Kunden einen Mehrwert bedeutete, sah man klar den Vorteil, dass man wesentlich weniger von Zulieferern abhängig sein würde, wenn man nicht mehr komplette Chassis, sondern nur noch Einbaugruppen beziehen musste. Als 1954 die Genossenschaft Autokurs Solothurn-Wasseramt (ASW; heute Busbetrieb Solothurn und Umgebung BSU) für ihre AutobusparkErweiterung mit dem Wunsch nach einem selbsttragenden Omnibus an HESS gelangte, wagte man sich in Bellach an dieses Experiment. Gewissermassen auf den «Geschmack» gekommen war dieser Kunde durch neues Schmalspurbahn-Rollmaterial in selbsttragender Bauweise, das die unter gemeinsamer Direktion stehende SolothurnnZollikofen-Bern-Bahn (SZB) angeschafft hatte. Die Ambitionen gingen aber bei HESS weiter und man wollte den ganzen Wagenkasten im Werkstoff Aluminium herstellen. (Schliesslich hat das Flugzeug auch kein Fahrgestell.) HESS konstruierte in der Folge ein Fahrzeug in genieteter Aluminiumbauweise. Als Baustoff wurde Aluminium unter der Bezeichnung Anticorodal B gewählt, einesteils in Form von BleOben: HESS Reisewagen, Kerenzerberg AG, ca. 1955. chen, anderenteils als Strangpressprofile. Hinsichtlich der grossen jährlichen Kilometerleistung, die der Bus erbringen sollte, verlangte der ASW in erster Linie ein niedriges Wagengewicht, um möglichst viel Energie einsparen zu können. Allerdings durfte der Leichtbau die Festigkeit des Wagenkörpers nicht beeinträchtigen. Der fertige Kasten wurde dementsprechend getestet, belastet mit 2, 5, 7 und 10 Tonnen Last in Form von Sandsäcken. Die ermittelten Spannungswerte an heiklen Stellen der Carrosserie zeigten, dass die Berechnung von HESS richtig gewesen war. Mit besonderer Sorgfalt wurden die Federaufhängungspunkte konstruiert, da dort erfahrungsgemäss die grössten Spannungen und Verformungen

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