HESS - 1882-2007

48 Stahl und Aluminium verdrängen Holz 1930 wurden zum ersten Mal wesentliche Teile der Carrosserie aus Aluminium (und verwandten Legierungen) hergestellt. Über einem Stahlgerippe – Holz spielte nur noch eine unwesentliche Rolle als Füllmaterial – wurden Seitenbleche aus Aluminium angebracht. Meist wurde, wie im Flugzeugbau, von Hand genietet; Schweissen war damals bei diesem Material noch recht problematisch. Neben den Verarbeitungskosten war auch der Materialpreis höher. Die Mehrkosten wurden jedoch durch Korrosionsfestigkeit und geringen Treibstoffverbrauch infolge Gewichtsreduktion langfristig wettgemacht. Ab 1931 liess die Postverwaltung ältere Fahrzeuge (v.a. Saurer 2A Cars alpins der Jahrgänge 1921 ff.) neu karossieren. Als neue Aufbauten entstanden geschlossene Omnibuscarrosserien mit Gepäckraum, in der Regel unter Verwendung von Stahl für das Gerippe und von Aluminium für die Verblechung. Ehemals 16-plätzige Postautos boten nun im Aluminiumaufbau – notabene bei gleichgebliebenem Fahrzeuggewicht – 25 Sitzplätze. Auch die Ende der 20er-Jahre an die Postverwaltung gelieferten Allwetterwagen wurden schon bald modernisiert: Da die Konstruktionsweise vor 1932 noch keinen geschlossenen Heckgepäckraum vorsah, besassen diese Allwetterwagen aussen an der Fahrzeugrückwand einen Klappgepäckträger. Um Koffer und Postsachen sicherer und besser geschützt transportieren zu können, erfuhren diese Fahrzeuge zwischen 1933 und 1936 einen Carrosserieumbau: Der hintere Fahrzeugüberhang wurde um etwa 1,20 m verlängert und ein ins Fahrzeuginnere integrierter Gepäckraum geschaffen – so wie dies bis zu den Postautos der 90er-Jahre üblich war. Links: Kom 610, HESS Allwetterwagen Nr. 2805 (1933), umgebaut aus Car Alpin von 1926 – der erste komplette Aluminiumaufbau, den die Firma Hess realisierte. Links und rechts: HESS Reisewagen, Kupferschmid Biel (1937), dazu Carrosseriedetails Engländerdeck und Stirnverglasung.

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