188 Oben: 1926, Ein Alpenwa- gen wird abgeliefert. Gruppenbild mit Sekretärin, 2 PTT-Experten links aussen. Ganz rechts Arnold Hess. (Sekretärin, später Frau Kyburger) Die Medicis waren im 17. Jahrhundert die Finanzdynastie in Florenz. Bei HESS waren die Medicis die «Lackierdynastie». Über 70 Jahre. Vater Medici, der Lack- und Farbenmischer, der Meister für millimetergenaue «Filetverziehrungen», kunstvoll mit dem Schlepppinsel gezogen, auch Maserierungen, Imitationen, verschiedener Holzarten – all das zeugte von seinem grossen handwerklichen Können. Das Bier aus der Flasche war dabei stets ein wichtiger Bestandteil des Lacks. Ein Geheimnis blieb allerdings die Aufteilung von Lackzusatz und Eigenverbrauch … Dieses Wissen und noch vieles mehr übertrug Vater Medici an seinen Sohn, der lückenlos seine Funktion übernahm. So dauerte diese «Medici-Meister»-Epoche bei HESS über volle 70 Jahre. Einen ganz anderen Geist brachte Otto Eggenschwiler ein. Nebst seinen unbestrittenen Fähigkeiten für sauberste Innenausbauarbeiten war ihm ein korrektes Umfeld wichtig. Samstagnachmittag und Sonntagmorgen war ihm sein zweiter Lebensauftrag wichtig. Er amtete 50 Jahre als umsichtiger Sigrist der kath. Kirche in Bellach. Der Blumenschmuck in der Kirche besorgte er sich kostenlos aus seinem eigenen Garten (Zur «Freude» seiner Gattin) . So war es sein ganz grosser Stolz, dass sein Wirken mit einem persönlichen Anerkennungsschreiben des damaligen Papstes ausgezeichnet wurde. die Gebrüder Arnold und Emil ab 1919 wie dem Arbeitsbeginn am 2. Januar 1927 von Heinrich Naef als Wagner. An dieser Stelle sollen darum einige weitere Mitarbeiter erwähnt werden. Nicht nach Wichtigkeit geordnet – wer möchte da entscheiden? – auch nicht nach Dienstjahren aufgelistet, auch nicht nach Können und Wissen, sondern einfach im Streiflicht kurz eingeblendet, sozusagen als Zeitzeugen. Also Licht an für Herrn Vaterlaus, feinfühliger und kompetenter Sattlermeister während 52 Jahren, Herr über die 18–22 Sattler in der Blütezeit von Personenwagen und Reisebussen. Heute, als Vergleich, genügt noch 1 CarrosserieSattler für die Arbeiten an den aktuellen Busgenerationen. In den Scheinwerferkegel gehört auch Hermann Aebi, Schmiede- und Schlossermeister der Vorarbeiter, mit knurrigen Instruktionsmethoden, jeder Schlag beim Schmieden genau dosiert, unerreichbar in seinen Kunstschlosserfähigkeiten, 48 Dienstjahre. Ein strenger, aber gerechter und fähiger Lehrmeister, Lieferant von vielen Anekdoten über Generationen von Lehrlingen. Nebenbei wurde er als Erfinder des faltbaren Hornusser-Schlagbockes schweizweit bekannt. Was «Aebi» für die Schlosser und Schmiede war, war Herr Schober, als gelernter Stellmacher aus deutschen Landen, für die sauberen Holzarbeiten und später für das sorgfältige «Anreissen» der Leichtmetallprofile zuständig (anreissen = Festlegen der Profilzuschnitte und deren Bearbeitung für den Busaufbau). Schober wurde von allen geachtet. Die Bestürzung war deshalb gross, als ihm und drei weiteren Personen eine ungesenkte Barriere beim Bahnübergang Stadion in Solothurn das Leben kostete. Er hinterliess vier Kinder – tragisch. Das Faktotum der Firma über Jahrzehnte war Herr Gottfried Walker, allen bekannt als «Gödu». Abwart (24 Stunden), Fahrer, Tankwart, Mechaniker, Testfahrer für Überführungen – ein wichtiger Allrounder. Mit seiner fünfköpfigen Familie in derr Dachwohnung über der Werkstatt wohnend war er Tag und Nacht stets abrufbereit. Dafür gemäss Vertrag vom 1. Oktober 1933 zinsfrei und gratis – Hobelspäne aus der Wagnerei.
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