HESS - 1882-2007

110 duktrechte von NAW käuflich übernimmt. Alle ehemaligen NAW-Ingenieure arbeiteten in einem Ingenieurbüro in Arbon weiter. So wurden die restlichen 40–50 % der Entwicklungsarbeiten im Auftrag von HESS in Arbon abgeschlossen. Es war ein äusserst wichtiger und entscheidender Schritt in die Zukunft, der HESS ohne langes Zögern vollzog. Erfolgreich kam es zur Lancierung des neuen Produktes Swisstrolley 3: Die VBL Luzern bestellten als erste 8 Einheiten und orderten später noch 2 Fahrzeuge nach. Auch die TPG Genève liessen sich vom HESS-Trolleybus überzeugen: 2004 und 2005 konnte HESS 38 Exemplare Swisstrolley 3 in die Westschweizer Metropole liefern. 2006 erhielten die VBZ Zürich den ersten von 18 Swisstrolley 3 Niederflur-Gelenktrolleybussen. Fahrzeugvergrösserung durch Umbau Bereits 1996 waren die TPG Genève an die damaligen Lieferanten ihrer 1992 ausgelieferten Swisstrolley herangetreten, mit der Anfrage für einen Umbau mit Verlängerung der damals noch jungen ersten «Swisstrolley»-Generation. Die angefragte Stückzahl war allerdings zu gering, industrieseitig wurde das Potenzial als zu klein eingestuft. Im Zusammenhang mit der Projektierung der Folgegeneration derSwisstrolley wurde die Idee von HESS im Dezember 2002 wieder aufgenommen. Nach zwei Monaten ging von den TPG der Auftrag ein zum Einbau eines Mittelmoduls in einen der mittlerweile 11 Jahre alten Einfachgelenker. Da dies bei Trolleybussen in etwa der halben Einsatzdauer entspricht, wurde der Umbau mit der Halbzeitrevision verbunden. Dieser Umbau – mit möglichst kurzer Lieferzeit und minimalen Kosten – sollte es erlauben, die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit eines Doppelgelenkers im täglichen Linieneinsatz der Stadt Genf zu testen. Dabei ging man bewusst Kompromisse ein. So wurden beim Prototyp die Abmessungen des Swisstrolley-Nachläufers unverändert belassen, obwohl klar war, dass bei einer Neuanfertigung der hintere Überhang zu kürzen wäre, um die Wendigkeit des Fahrzeugs zu verbessern. In der Konstruktionsabteilung von HESS machte man sich an die Arbeit. Grundsätzlich ging es darum, für den bestehenden Swisstrolley 1 ein neues Mittelstück zu definieren, das den 18-m-Einfachgelenker zum 24,7 m langen Doppelgelenker vergrösserte, ohne die guten Spurführungseigenschaften zu verlieren. lighTram® Geburtsstunden Im Dezember 2003 wurde das umgebaute Fahrzeug nach Genf überführt, wo es in den Linieneinsatz ging. Das Fahrzeug wurde nun nicht mehr als Swisstrolley bezeichnet, sondern als lighTram. Bewusst wollte man eine Verbindung zu den schienengebundenen Tram-Grossraumfahrzeugen erstellen. Der Linieneinsatz wurde begleitet von umfassenden Befragungen der betroffenen Personengruppen. Von den 107 befragten Fahrern beurteilten über 70 % das neue Fahrzeug als gut oder sehr gut. Einen anderen, ähnlichen Weg wählten die Verkehrsbetriebe der Stadt St.Gallen 2005. Sie entschieden sich, einen aus dem Jahr 1992 stammenden NAW/HESS/ABB BGT HochbodenGelenktrolleybus mit einem 6,02 m langen, gelenkten Niederflurnachläufer zu versehen. Das ursprünglich 17,75 m lange, zweimotorige Fahrzeug (2 3 89 kW/120 PS) wies bis anhin 40 Sitzplätze auf. Der Bus wurde auf 23,79 m verlängert. Neu hatte das lighTram nun 50 SitzplätOben: 2006, Doppelgelenk-Trolleybus für TPG. Fassungsvermögen: 191 Passagiere.

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