Zenit | Juni 2026 WISSEN FOKUS ✺ 17 Das Essen ist ein wichtiger Teil unseres Lebens – nicht nur, weil wir Nahrung zum Überleben brauchen. Es steht für Genuss, für soziale Begegnungen, für Struktur im Alltag und für Erinnerungen an vergangene Zeiten. Gleichzeitig können aber auch schwie- rige Erfahrungen wie Einsamkeit, Allergien oder der Verlust von Selbst- ständigkeit unsere Beziehung zum Essen prägen. Eine kulinarische Zeitreise. Urzeit Die Menschen ernährten sich von dem, was sie jagen oder sammeln konnten. Dazu zählten Beeren, Wurzeln, Nüsse oder Fleisch von erlegten Tieren. Essen bedeutete Überleben – nicht Genuss. Antike Mit der Entstehung des Ackerbaus entstand erstmals Planbarkeit: Ge- treide, Hülsenfrüchte, Olivenöl und Gemüse prägten den Alltag in Grie- chenland und Rom. Essen wurde zur Kultur. Mittelalter Der Kirchenkalender bestimmte, dass an bis zu 150 Tagen im Jahr gefastet wurde. Für die Mehrheit der Bevöl- So isst das Leben kerung bedeutete Essen täglich Brei, Brot und Gemüse, das im eigenen Boden wuchs. Gewürze kamen auf – waren aufgrund des hohen Preises aber nur der Oberschicht vorbehalten. Industriezeit Die Industrialisierung veränderte die Ernährung grundlegend: Kon- serven, Weissmehl und raffinierter Zucker wurden massentauglich und erschwinglich. Zum ersten Mal in der Geschichte mussten breite Bevölkerungsschichten nicht mehr hungern – dafür entstanden in der Folge neue Probleme wie Übergewicht und Mangelernährung durch einseitige Kost. Heute Nie zuvor standen so viele Lebensmittel zur Verfügung. Essen ist längst mehr als Nahrungsaufnahme: Es ist Haltung, Identität und soziales Signal. Überfluss und Unverträglichkeiten, Klimabewusstsein und Ernährungstrends prägen den Alltag. Foto: Wikipedia Vegan: Der vollständige Verzicht auf Produkte, die von Tieren stammen. Dazu zählen auch versteckte tie- rische Zutaten wie Gelatine oder Bienenwachs. Vegetarisch: Verzicht auf Produkte, für die ein Tier getötet werden musste. Produkte vom lebenden Tier wie Milch oder Honig konsumieren die Vegetarier aber. Laktosefrei Milchzucker wird nicht vertragen. Inzwischen gibt es eine grosse Auswahl an Produkten, die bei Laktoseintoleranz erträglich sind. Glutenfrei: Zöliakie ist eine Unver- träglichkeit gegenüber Gluten. Glu- ten ist in verschiedenen Getreiden wie Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel enthalten. Aber auch in vielen fertigen Gerichten und Mischungen von Gewürzen. Diabetesgerecht: Eine diabetesgerechte Ernährung ist ausgewogen, ballaststoffreich, beinhaltet wenig Zucker und zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Mediterran: Herzgesunde Er- nährungsweise mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl und Fisch. Die Mittelmeerküche senkt Blut- druck und Cholesterin, wirkt ent- zündungshemmend und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Ernährungsformen im Überblick «Bauernhochzeit», von Pieter Bruegel dem Älteren, 1568.
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