03 / 2026 NACHHALTIGKEIT IN DER PÄDIATRIE KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 49 ■ Verantwortungsvoller Einsatz von Antibiotika ■ Reduktion unnötiger Zusatzuntersuchungen ■ Weniger umweltbelastende Medizinprodukte ■ Körperliche Bewegung ■ Weniger Fleisch essen ■ Qualität der Ernährung ■ Reduktion des Medikamentenverbrauchs ■ Priorität für Prävention Die Themen wurden so ausgewählt, dass sie einen direkten Bezug zum Praxisalltag haben und sich unkompliziert in Gespräche mit Familien integrieren lassen. Unterstützung für die Sprechstunde Das Besondere an der Kampagne ist ihre Praxistauglichkeit. Die Poster vermitteln nicht nur Hintergrundwissen, sondern enthalten konkrete Ideen und Empfehlungen für den Alltag sowie Hinweise, bei welchen Fragestellungen das Thema in der Sprechstunde angesprochen werden kann. Die Materialien eignen sich als Gesprächseinstieg z. B. bei Vorsorgeuntersuchungen, bei Beratungen zu Ernährung und Bewegung, bei Fragen zur Mediennutzung oder bei der Diskussion von Therapie- und Präventionsmassnahmen. Sie können im Wartezimmer aufgehängt, während der Konsultation verwendet oder den Eltern digital zugestellt werden. Damit wird Planetary Health nicht zu einem zusätzlichen Thema im ohnehin dichten Praxisalltag, sondern zu einer Erweiterung bestehender Beratungsinhalte. Kostenlos verfügbar Sämtliche Infografiken stehen auf der Website von Kinderärzte Schweiz gratis zum Download bereit. Die Poster können in der Praxis ausgedruckt oder elektronisch an Familien weitergeleitet werden. kis.ch/ Nachhaltigkeit---Planetary-Health Um den Einstieg möglichst einfach zu gestalten, liegt dieser Ausgabe zusätzlich ein Übersichtsposter mit allen zwölf Themen bei. Es bietet eine rasche Orientierung und kann als Jahresübersicht im Sprechzimmer, Büro oder Aufenthaltsraum aufgehängt werden. Gemeinsam Verantwortung übernehmen Als Kinder- und Jugendärzt:innen sowie als MPAs begleiten wir Familien über viele Jahre hinweg. Wir geniessen Vertrauen und haben damit die Möglichkeit, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen anzuregen. Oft genügen kleine Impulse, um Veränderungen anzustossen. «12 Monate – 12 Aktionen» zeigt, dass nachhaltige Gesundheit nicht Verzicht bedeutet, sondern vielfach mit mehr Bewegung, besserer Ernährung, mehr Naturkontakt, sinnvoller Prävention und einem bewussteren Umgang mit Ressourcen verbunden ist. Viele dieser Massnahmen kommen sowohl unseren Patient:innen, uns selbst als auch dem Planeten zugute. Wir freuen uns sehr, dieses inspirierende Projekt nun auch in der Deutschschweiz zu lancieren und laden euch herzlich ein, die Materialien in eurer Praxis zu nutzen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Planetary Health Schritt für Schritt Teil unseres pädiatrischen Alltags wird. ■ 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN EIN BEWUSSTER UMGANG MIT BILDSCHIRMEN IST FÖRDERLICH FÜR GESUNDHEIT UND UMWELT 2. Külling C, et al. Étude James 2022. Disponible sur : www. zhaw.ch/psychologie/james 3. https://www.jeunesetmedias. ch/medias/jeunes-et-mediasfaits-et-chiffres 4. https://employes.ch/une-viedevant-lecran 6. Yang S, et al. Association of screen use with cognitive development in early childhood: the ELFE birth cohort. Journal of Child Psychology and Psychiatry 2024 may; 65(5): 780-693. 5. Kierzek G, et al. Observatoire sur le bon usage des écrans. En ligne : https://lebonusagedesecrans.fr/ 7. https://www.actioninnocence.org/ publication/pollution-numerique-2/ 1. Enfants et écrans : à la recherche du temps perdu. Avril 2024. Disponible sur : https:// www.elysee.fr/admin/upload/default/0001/16fbec6abe9d9cc1bff3043d87b9f7951e62779b09.pdf DAS NACHHALTIGE REZEPT Kinder sollten Bildschirme nur in Begleitung von Erwachsenen nutzen. Digitale Kompetenzen fördern. Soziale Interaktionen priorisieren. Wert auf abwechslungsreiche Aktivitäten, Bewegung und ausreichend Schlaf legen. Generalüberholte Geräte kaufen und vorhandene digitale Geräte reparieren, statt sie zu ersetzen. Bei Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, bei Schlafstörungen, Verhaltens- oder Stimmungsschwankungen, sowie bei Mobbing, Übergewicht oder Adipositas. Wann sollte das Thema Bildschirmnutzung angesprochen werden? VORTEILE FÜR DIE UMWELT DURCH EINE REDUZIERTE BILDSCHIRMNUTZUNG 7 BESONDERS BEI KINDERN6 Rückgang der Kurzsichtigkeit. Verbesserte emotionale Regulierung und Lernfähigkeiten. Reduktion psychischer Traumata5 infolge Konsums schockierender Inhalte oder Belästigungserfahrungen. GESUNDHEITLICHE VORTEILE EINER REDUZIERTEN BILDSCHIRMNUTZUNG Verbesserung bei Schlafstörungen, Sehproblemen und muskulären Beschwerden. Zunahme körperlicher Aktivität. Linderung psychiatrischer Erkrankungen5 wie Depression, Unwohlsein, Einsamkeit, Ängste, aggressives Verhalten und „Multitasking-Aufmerksamkeitsstörung“. Verringerung des Abbaus seltener Metalle, die zur Herstellung von Bildschirmen benötigt werden. 1 Computer verursacht etwa 1 Tonne CO₂ CO₂. Reduktion der Treibhausgasemissionen: Senkung des globalen Stromverbrauchs: 6–10 % des weltweiten Stroms wird durch die Nutzung von Bildschirmen verbraucht. Die Sensibilisierung über die Auswirkungen von Bildschirmen auf unsere persönliche und die planetare Gesundheit sowie die Vermittlung von digitalen Kompetenzen sind entscheidend, um exzessive Bildschirmnutzung zu reduzieren. Bild : Agence Les Deux Dandys | Text : Jean Paul Rathgeb, Jean-Yves Corajod, Martine Bideau | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl BILDSCHIRME IN ZAHLEN Im Durchschnitt gibt es 8 digitale Geräte pro Haushalt. 1 Schweizer Jugendliche nutzen ihr Smartphone wochentags durchschnittlich 3,5 Stunden täglich, am Wochenende sogar 5 Stunden. 2 50 % der Menschen ab 16 Jahren wurden bereits Opfer von Online-Sexualbelästigung.2 42 % der Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren schauen nachts auf ihr Handy.3 Erwachsene in Europa verbringen etwa 51 Stunden pro Woche vor Bildschirmen, wovon 20 % auf die Arbeit entfallen.4 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN Bild: Agence Les Deux Dandys | Text : Estelle Delamare, Martine Bideau, Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl 1. Mandeville L. Quand l’Occident renonçait à produire ses propres médicaments. Le Figaro [Internet]. 13 avr 2020. Disponible sur : https:// www.lefigaro.fr/international/quandl-occident-renoncait-a-produire-sespropres-medicaments-20200413 2. Naitali F et Ghoualem H. Analyse environnementale du cycle de vie de la production industrielle d’un antibiotique. 2020, Algerian Journal of Environmental Science and Technology. Disponible sur : https:// www.aljest.net/index.php/aljest/ article/viewFile/319/310 3. Delhaye E. Stratégie SMPR - Infections urinaires [Internet]. Service de médecine de premier recours, Hôpitaux universitaires de Genève. 2021. Disponible sur : https://www.hug.ch/sites/interhug/ files/structures/medecine_de_ premier_recours/Strategies/ Strat%C3%A9gie%20IU%202021.pdf 4. Basel SG für AIM (SGAIM). Pédiatrie - Smarter Medicine - gegen Über- & Fehlbehandlung [Internet]. Disponible sur : https://www.smartermedicine.ch/ fr/liste-top-5/pediatrie 5. Guidelines de la société suisse d’infectiologie. Disponible sur : https:// ssi.guidelines.ch Insbesondere bei einer Konsultation wegen Fieber oder einer Infektion. Bei der Verschreibung von Antibiotika ist es nützlich, die Nebenwirkungen zu erklären. Wann sollte das Thema Antibiotikaverschreibung angesprochen werden? DAS NACHHALTIGE REZEPT Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, warum Antibiotika verschrieben werden. Wenn der Grund unklar ist: nachfragen. Keine Selbstmedikation mit Antibiotika. Die Dauer und Dosierung der verschriebenen Antibiotika einhalten. Antibiotika in der Apotheke zurückgeben, wenn sie nicht mehr verwendet werden, um eine Umweltkontamination zu vermeiden. • Erhalt der natürlichen Mikroflora • Verringerung der Nebenwirkungen • Verringerung der Antibiotikaresistenz Gesundheitliche Vorteile Zerstörung der Darmflora Antibiotika zerstören die Bakterien, welche die Infektion verursachen. Sie wirken aber auch auf die Darmflora (Mikrobiom). Antibiotikaresistenz Ein zu häufiger oder unsachgemässer Einsatz von Antibiotika kann dazu führen, dass Bakterien dagegen resistent werden. Dies erhöht das Risiko schwerer oder nicht behandelbarer Infektionen. Nebenwirkungen Antibiotika haben häufig Nebenwirkungen, welche potenziell auch schwerwiegend sein können. Beispielsweise Durchfall oder allergische Reaktionen. Wenn es unverzichtbar ist Schwere Infektionen wie bakterielle Lungenentzündungen, Harnwegs-, Haut- oder Blutinfektionen müssen mit Antibiotika behandelt werden. 5 Virale Infektionen Bei viralen Infektionen wie Erkältungen oder Halsschmerzen werden keine Antibiotika verschrieben. Stattdessen werden Schmerzmittel, natürliche Produkte und regelmässiges Spülen der Nase mit Kochsalzlösung empfohlen. Wenn es nicht notwendig ist Mittelohrentzündungen (oft viral) und Blasenentzündungen bei Erwachsenen können während 48 Stunden mit einem entzündungshemmenden Medikament behandelt werden. Wenn die Symptome danach weiter anhalten, können Antibiotika verschrieben werden. 3, 4 Vorteile für die Umwelt • Verringerung der medikamentenbedingten Umweltverschmutzung • Reduktion von Verpackungen • Verringerung der Treibhausgasemissionen, die mit der Produktion, dem Transport und der Verteilung verbunden sind WENIGER ANTIBIOTIKA FÜR EINEN VERANTWORTUNGSVOLLEN EINSATZ VON ANTIBIOTIKA Antibiotika sind wertvolle Medikamente zur Behandlung von bakteriellen Infektionen. Es gibt verschiedene Familien von Antibiotika, und jedes Antibiotikum ist für spezifische Bakterien geeignet. Über 90 % dieser Medikamente werden in Asien produziert, 1 was zu einer Verschmutzung an den Produktionsstandorten, CO₂-Emissionen durch den Transport und dem Risiko von Engpässen führt. Wenn Antibiotika in die Umwelt gelangen, wirken sie weiterhin und haben schädliche Folgen für das Ökosystem (insbesondere Wasserverschmutzung) und die Biodiversität.2 12 MOIS 12 ACTIONS Bild: Agence Les Deux Dandys | Text: Clara Huboux, Lidia Pascal, Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl REDUKTION VON ERGÄNZENDEN UNTERSUCHUNGEN Der übermässige Einsatz von Untersuchungen bezieht sich auf die Durchführung von Tests, die sich für die Patient:innen als überflüssig erweisen. Diese Praxis kann Gesundheitsrisiken bergen, indem sie zu Überdiagnosen, unnötigen Behandlungen und Kosten führt sowie zu einem nicht unerheblichen Energieverbrauch und zur Umweltverschmutzung beiträgt. Daher ist es entscheidend, klare Empfehlungen zu erstellen und die Patient:innen aktiv in die Entscheidungen bezüglich ihrer Behandlung miteinzubeziehen. Untersuchungen: Worüber sprechen wir? Radiologische Untersuchungen oder Blutuntersuchungen zu diagnostischen Zwecken. Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule bei Rückenschmerzen, die weniger als 6 Wochen andauern und keine ernsthaften Anzeichen zeigen, sind überflüssig.1 Eine MRT des Knies entspricht etwa 80-150 km Fahrt mit einem benzinbetriebenen Auto und etwa 22 kg CO₂-Äquivalent (CO 2 eq) * . Ein Belastungs-EKG erzeugt etwa 1-2 kg CO 2 eq*, während ein Kardio-MRT 100 bis 200 Mal mehr produziert! Einige Beispiele Regelmässige und gründliche Gesundheitschecks bei asymptomatischen Patient:innen bieten keinen Nutzen.1 Lipidprofile, prostataspezifisches Antigen (PSA) und Vitamin-DMessungen sind nur in bestimmten Fällen nützlich. VORTEILE FÜR DEN PLANETEN VORTEILE FÜR DIE GESUNDHEIT REFERENZEN 1. Basel SG für AIM (SGAIM) 4002. smarter medicine - Contre la surmédicalisation et les soins inappropriés - smarter medicine - gegen Über- & Fehlbehandlung - smarter medicine. 2024 [cité 17 févr 2024]. https://www.smartermedicine. ch/fr/page-daccueil 2. Prescott B. Unnecessary Testing? Harvard Medical School. 2013 Nov 18. [Consulté le 17 février 2024]. Disponible sur : https://hms.harvard.edu/ news/unnecessary-testing 3. Bertrand J, et al. Inappropriateness of Repeated Laboratory and Radiological Tests for Transferred Emergency Department Patients. J Clin Med. 2019 Aug 29;8(9):1342. 4. Solivetti FM, et al. Appropriateness of knee MRI prescriptions: clinical, economic and technical issues. Radiol Med. 2016 Apr;121(4):315-22. 5. Office fédéral de l’environnement OFEV. L’Accord de Paris. Confédération suisse; 2023 Juin 23 (consulté le 10 avril 2024). Disponible sur : https://www.bafu. admin.ch/bafu/fr/home/themes/ climat/info-specialistes/climat-- affaires-internationales/l_accord-deparis-sur-le-climat.html der ergänzenden Untersuchungen in einer Notaufnahme sind überflüssig.3 >50% Ungefähr der Untersuchungen sind unnötig, da sie die Behandlung nicht ändern. 2 30% Ungefähr der MRTs des Knies sind unnötig oder sinnlos.4 40% * Um die Pariser Abkommen einzuhalten, sollte der ökologische Fussabdruck jedes Schweizer Bürgers 1-2 Tonnen CO₂eq pro Jahr nicht überschreiten. Derzeit liegt der Durchschnitt in der Schweiz bei etwa 12-16 Tonnen CO₂eq pro Jahr und Einwohner. 5 Bei der Anordnung jeder Zusatzuntersuchung sollte man sich fragen, ob das Ergebnis die Behandlung ändern wird. Wann sollte die Frage der Überverordnung von ergänzenden Untersuchungen angesprochen werden? Reduktion des Energieverbrauchs Verringerung medizinischer Abfälle Reduktion der Emissionen durch Transport (der Patienten, der Laboranalysen, usw.) Verringerung des Wasserverbrauchs (Kühlsysteme und Reinigung) Verringerung der Diagnosen von gutartigen oder unbedeutenden Anomalien (Überdiagnosen) Reduktion unnötiger Behandlungen Weniger unnötige Bestrahlung Reduktion von Stress und emotionaler Belastung Reduktion unerwünschter Nebenwirkungen1 DAS NACHHALTIGE REZEPT Fördern einer Diskussion zwischen Patient:in und Arzt/Ärztin vor der Anordnung einer Untersuchung, um zu klären, ob das Ergebnis die medizinische Behandlung beeinflussen wird. Abwägen von Risiko und Nutzen vor jeder Untersuchung. Für jede Fachrichtung die Top-5-Listen der allgemein als unnötig erachteten medizinischen Massnahmen auf smartermedicine.ch konsultieren. 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN WENIGER UMWELTBELASTENDE MEDIZINPRODUKTE Die in der Medizin verwendeten Materialien haben erhebliche Umweltauswirkungen, sei es durch Verbände, Cremes, Inhalatoren, Desinfektionslösungen, Masken oder Verpackungskunststoffe (für Medikamente oder medizinisches Material). Der Ersatz oder die Reduktion des Gebrauchs der umweltschädlichsten Materialien ist ein wesentlicher Schritt zum Schutz des Planeten. Bild: Agence Les Deux Dandys | Text : Johanna Sommer, Martine Bideau | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl 1. Forter M. Rund 900000 Asthmasprays mit Klimagas pro Jahr. Oekoskop 2022 Mar 15. Disponible sur : https://www.aefu.ch/fileadmin/ user_upload/aefu-data/b_documents/oekoskop/ Oekoskop_22_1_DS.pdf 2. La revue Prescrire. Nettoyage des petites plaies cutanées superficielles (écorchures, éraflures). 2008. N° 301: pp. 844-845. 3. Sohlbank D. La vente de médicaments à l’unité testée pour lutter contre le gaspillage. Radio télévision suisse. Disponible sur : https://www.rts.ch/info/regions/ neuchatel/11141801-la-vente-de-medicaments-a-lunitetestee-pour-lutter-contre-le-gaspillage.html. VORTEILE FÜR DIE UMWELT Reduktion des CO₂-Fussabdrucks Verringerung der Umweltkontamination durch Mikropartikel VORTEILE FÜR DIE GESUNDHEIT Verringerung der Umweltverschmutzung Reduktion der Aufnahme von feinen Partikeln (Mikroplastik) DAS NACHHALTIGE REZEPT Bevorzugen von Asthmabehandlungen auf Pulverbasis (meist möglich ab 6 Jahren). Begrenzen der Verschreibungen und genaue Dosierung (einige Apotheken bieten den Verkauf von Medikamenten in Einzeldosen an).3 Reduktion des Gebrauchs von Handschuhen, Masken und Verbänden auf das notwendige Minimum. Inhalatoren für Asthma und chronische Bronchitis Inhalatoren mit Treibgasen für Asthma oder chronische Bronchitis produzieren eine grosse Menge an Treibhausgasen. Desinfektionsmittel und hydroalkoholische Lösungen Die meisten medizinischen Desinfektionsmittel und hydroalkoholischen Lösungen werden aus Industriealkohol hergestellt, der aus fossilen Ressourcen (Erdöl, Gas) stammt. Die Viskosität wird durch umweltschädliche synthetische Polymere und Mikroplastik gewährleistet. Desinfektionsmittel werden oft in kleinen Einweg-Plastikflaschen angeboten. Es gibt in der Schweiz hergestellte Desinfektionsmittel aus biologischen Alkoholen (z.B. aus Rüben), die in wiederverwendbaren Flaschen aufbewahrt werden. In vielen Situationen kann auch überlegt werden, ob eine Reinigung mit Wasser und Seife ausreicht.2 Kunststoffe Die Verpackungsmikroplastikpartikel gelangen in die Umwelt und werden von Menschen in einer Menge von 5 g pro Woche aufgenommen (entspricht einer Kreditkarte!). Mikroplastik verursacht Entzündungen und oxidativen Stress, was potenziell mit kardiovaskulären Problemen und einem erhöhten Krebsrisiko verbunden ist. Verbände Verbände können eine Mischung aus Baumwolle und nicht abbaubaren Kunststoffen enthalten, die erhebliche Umweltauswirkungen haben. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen durch Transport und Verpackung. 1 Salbutamol-Spray mit 200 Dosen entspricht = = 1 Salbutamol-Pulvergerät entspricht In der Schweiz werden jährlich 900’000 Sprays verschrieben, von denen 2/3 durch Pulverinhalatoren ersetzt werden könnten.1 Fahrt in einem benzinbetriebenen Auto 150 km Fahrt in einem benzinbetriebenen Auto 5 km 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN KÖRPERLICHE BEWEGUNG Körperliche Bewegung umfasst jede Art von Bewegung, die Energie verbraucht. Ein Viertel der Bevölkerung ist jedoch nicht ausreichend aktiv. Da Bewegungsmangel ein wesentlicher Risikofaktor für die Gesundheit ist, muss jede körperliche Aktivität unbedingt gefördert werden. 1 In der Schweiz verursacht das Gesundheitssystem über 6,7 % der CO2Emissionen. Nicht zuletzt deswegen ist es wichtig, den Pflegebedarf durch Präventionsmassnahmen zu reduzieren: Regelmässige Bewegung kann das Risiko für zahlreiche Krankheiten senken und so auch die Umwelt entlasten. 1. Bundesamt für Statistik [Internet]. [abgerufen am 16. August 2024]. Körperliche Aktivität. Link: https://www.bfs.admin.ch/ bfs/de/home/statistiken/ gesundheit/determinanten/ koerperliche-aktivitaet.html 2. World Health Organisation [Internet]. [abgerufen am 16. August 2024]. Physical activity. Link: https:// www.who.int/newsroom/fact-sheets/detail/ physical-activity 3. Paluch AE, et al. Daily steps and all-cause mortality: a meta-analysis of 15 international cohorts. Lancet Public Health. 2022 Mar;7(3):e219-e228. 4. Stamatakis E, et al. Association of wearable device-measured vigorous intermittent lifestyle physical activity with mortality. Nat Med. Dec 2022;28(12):2521-9. 5. Pearce M, et al. Association Between Physical Activity and Risk of Depression : A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Psychiatry. 1 juin 2022;79(6):550. 6. Senn N, et al. Santé et environnement. Vers une approche globale. Edition RMS, 2022. PDF téléchargeable gratuitement. Voir chapitre 32 « Cobénéfices et pratique de la mobilité actives », pp. 355-356. Insbesondere bei Bluthochdruck, Übergewicht/Adipositas, metabolischem Syndrom, Diabetes, Bewegungsmangel, Depressionen und Schlafstörungen. Wann sollte man das Thema körperliche Aktivität ansprechen? DAS NACHHALTIGE REZEPT Integrieren Sie tägliche körperliche Aktivität in Ihren Alltag. (Über 60 % der Alltagswege in der Schweiz sind kürzer als 5 km und können von einem Grossteil der Bevölkerung zu Fuss oder mit einem (Elektro-)fahrrad zurückgelegt werden).6 Erwachsene (über 18 Jahre) sollten gemäss den Empfehlungen der WHO wöchentlich 2,5 bis 5 Stunden moderate Ausdaueraktivität oder 1,3 bis 2,5 Stunden anstrengende Aktivität ausüben.2 Kinder (unter 18 Jahren) sollten gemäss den Empfehlungen der WHO täglich mindestens eine Stunde lang mit moderater bis intensiver Intensität, überwiegend durch Ausdauersport, aktiv sein.2 Bild: Illustration Agence Les Deux Dandys | Text : Thibault Conrad, Marc Kaplun, Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl VORTEILE FÜR DIE UMWELT Die Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und Osteoporose führt zu einer deutlichen Entlastung des Gesundheitssystems. Dadurch werden die Umweltauswirkungen der Medizin deutlich reduziert: Weniger Medikamente müssen hergestellt, verbraucht und entsorgt werden, und es werden weniger Untersuchungen, Konsultationen, Krankenhausaufenthalte und Transporte zu den Behandlungsorten benötigt. Körperliche Aktivität nach den WHO-Empfehlungen senkt das Depressionsrisiko im Vergleich zu einer inaktiven Bevölkerung um 25 %.⁵ Darüber hinaus tragen Sportvereine aktiv zur sozialen Integration bei. Angemessene, freizeitorientierte körperliche Aktivität, unabhängig von der Sportart, schützt die Gelenke und verringert das Risiko von Osteoporose. Gehen ist eine wirksame Methode, um chronische Rückenschmerzen zu lindern. Körperliche Bewegung im Laufe des Tages verbessert die Schlafqualität. Täglich 8.000 Schritte zu gehen, senkt das Sterblichkeitsrisiko in allen Altersgruppen und wirkt sich positiv auf Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck aus.³ Wenn Sie täglich nur 4 bis 5 Minuten Treppen steigen, kann das Sterberisiko aufgrund von kardiovaskulären Risikofaktoren um 32-34 % reduziert werden.4 Im Jahr 2016 waren 36 % der Erwachsenen in Ländern mit hohem Einkommen nicht ausreichend körperlich aktiv. 2 36% Im Jahr 2016 erfüllten 81 % der Teenager die empfohlenen Kriterien für körperliche Bewegung nicht. 2 81% 12 MOIS 12 ACTIONS Bild : Agence Les Deux Dandys | Text : Apolline Stephann, Mathilde Zuber, Hubert Maisonneuve, Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl Weltweit steigt de Fleischkonsum pro Kopf an. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen einem hohen Fleischkonsum und dem Auftreten bestimmter Krankheiten. Zudem ist die Fleischproduktion mit einem hohen Preis für die Umwelt verbunden, da sie zu Treibhausgasemissionen und einem hohen Verbrauch von Wasser und fossilen Energieträgern führt. 1 WENIGER FLEISCH ESSEN FLEISCH LIEFERT PROTEINE UND EISEN. JA, ABER... ** Das CO₂-Äquivalent (CO₂eq) ist eine Masseinheit, die verwendet wird, um die Emission von Treibhausgasen zu vergleichen. Zahlen entnommen aus der Datenbank Agribalyse. 4. OMS. Cancérogénicité de la consommation de viande rouge et de viande transformée. 2015. Disponible sur : https://www.who.int 5. Société suisse de nutrition (https://www.sge-ssn.ch/fr/). 6. Base de données suisse de valeur nutritive (https://valeursnutritives.ch/fr/). 2. Pan A, Sun Q, Bernstein AM, et al. Red Meat Consumption and Mortality: Results From 2 Prospective Cohort Studies. Arch Intern Med. 2012;172(7):555-563. 3. Micha R, Wallace SK, Mozaffarian D. Red and processed meat consumption and risk of incident coronary heart disease, stroke, and diabetes mellitus: a systematic review and meta-analysis. Circulation. 2010 Jun 1;121(21):2271-83. REFERENZEN 1. Benning R. Fleischatlas: Daten und Fakten uber Tiere als Nahrungsmittel. 1. Auflage. Chemnitz C, éditeur. Berlin: Heinrich-Boll-Stiftung; 2021, p. 50. Insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes, bei der Einführung von Beikost für Säuglinge oder zur Vorbeugung von Darmkrebs. Wann sollte man das Thema Fleischkonsum ansprechen? DAS NACHHALTIGE REZEPT Beschränken Sie den Fleischkonsum auf 2-3 Mahlzeiten pro Woche, davon maximal eine Mahlzeit mit rotem Fleisch. Ersetzen Sie Fleischportionen durch die oben genannten Alternativen. Bevorzugen Sie lokale, freilaufende Tierhaltung. VORTEILE FÜR DIE GESUNDHEIT Eine Reduktion des Konsums von rotem Fleisch auf nur eine halbe Portion pro Tag (ca. 42g) kann folgende Effekte haben: Senkung der Sterblichkeitsrate der vorzeitigen Todesfälle bei Frauen Vermeidung von Vermeidung von 7,6% 9,3%der vorzeitigen Todesfälle bei Männern 2 Weniger Hackfleisch, Wurstwaren oder Würstchen zu essen bedeutet: ODER ODER ODER geringeres Risiko für HerzKreislauf-Erkrankungen3 42% 18% geringeres Risiko für Darmkrebs 4 19% geringeres Risiko für Diabetes Worin findet man eine ähnliche Menge an Protein (45 g)5-6? Täglicher Bedarf an Protein: 1 g/kg Körpergewicht/Tag also 60 g für eine Person mit 60 kg Körpergewicht Worin findet man eine ähnliche Menge an Eisen (3,6 mg) 5-6? Täglicher Eisenbedarf: * - Männer, postmenopausale Frauen, Kinder: 8-12 mg/Tag. - Menstruierende/schwangere Frauen: 16/30 mg/Tag = = ODER ODER ODER 160 g Linsen (Trockengewicht) 0,15 kgCO 2 eq** 250 g Fisch 2,2 KgCO 2 eq** 290 g Tofu 0,18 KgCO 2 eq** 230 g Kichererbsen (Trockengewicht) 0,23 KgCO 2 eq** 140 g gekochte Pilze 0,15 kg CO 2 eq** 150 g Kichererbsen oder 180 g rote Kidneybohnen 0,19 KgCO 2 eq** 190 g Spinat 0,2 kg CO 2 eq** 66 g Linsen (Trockengewicht) 0,91 kg CO 2 eq** * Die Eisenaufnahme ist von verschiedenen Parametern abhängig. 150 g gekochtes/gebratenes Rindfleisch 5,14 kg CO 2 eq** VORTEILE FÜR DIE UMWELT Landwirtschaft und Viehzucht verbrauchen mehr Süsswasser als jede andere menschliche Tätigkeit. Darüber hinaus verschmutzen tierische Abfälle und Düngemittel das Grundwasser erheblich. Verringerter Wasserverbrauch und verbesserte Wasserqualität Die Umwandlung von Land in Weideflächen sowie der Getreideanbau zur Tierfütterung beeinträchtigen die Biodiversität erheblich. Schutz der Biodiversität Rinder stossen bei ihrer Verdauung Methan und damit erhebliche Mengen an Treibhausgasen aus. Reduktion der Treibhausgase Worin findet man Vitamin B12? Täglicher Bedarf: 4-5 μg/Tag5-6 100 g Fisch (5 μg) 30 g Käse (0,5 μg) 2 Eier (1,6 μg) SCANNEZ POUR EN SAVOIR PLUS SCANNEN SIE HIER, UM MEHR ZU ERFAHREN Lorem ipsum 4 3 2 1 8 7 6 5 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN Eisenreich: Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Ölsaaten (z. B. Raps, Sonnenblumen, Sojabohnen, Leinsamen), grünes Gemüse. Reich an Kalzium: Sojabohnen, Mandeln, weisse Bohnen, Kohl, getrocknete Feigen.3 Gemüse QUALITÄT DER ERNÄHRUNG Was auf unseren Tellern liegt, hat einen grossen Einfluss auf unseren Planeten und unsere Gesundheit. Weltweit sind 30 % der Treibhausgasemissionen (THG) auf unsere Ernährung zurückzuführen. 1 Den Konsum von tierischen Produkten zu reduzieren ist entscheidend, da diese Kategorie für fast die Hälfte der THG-Emissionen aus der Ernährung in der Schweiz verantwortlich ist. Weitere nützliche Massnahmen sind die Wahl von lokalen und saisonalen Lebensmitteln2 oder die Bevorzugung von Bio-Lebensmitteln. Bild: Agence Les Deux Dandys | Text : Lidia Pascal, Clara Huboux, Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl 1. Senn N, Gaille M, del Río Carral M, Gonzalez Holguera J (dirs). Santé et environnement. Vers une nouvelle approche globale. Édition RMS, 2022. PDF téléchargeable gratuitement. Voir notamment le chapitre 33. 2. Macdiarmid JI. Seasonality and dietary requirements: will eating seasonal food contribute to health and environmental sustainability? Proceedings of the Nutrition Society. Août 2014;73(3):36875. 3. https://jemangevegetal.fr/ 4. Hyland C et al. Organic diet intervention significantly reduces urinary pesticide levels in U.S. children and adults, Environmental Research, 2019; 171: 568-575 5. Résumé de la commission EAT-Lancer destiné aux professionnel-les de santé (PDF téléchargeable gratuitement) [cité le 21 janvier 2024]. Disponible sur : https://eatforum. org/lancetcommission/ healthcareprofessionals/ 6. Willett W, Rockström J, Loken B, Springmann M, Lang T, Vermeulen S, et al. Food in the Anthropocene: the EATLancet Commission on healthy diets from sustainable food systems. Lancet. 2 févr 2019;393(10170):44792. Wann sollte man die Frage nach der Qualität der Ernährung ansprechen? Insbesondere bei allen Personen mit Übergewicht oder Adipositas, bei Stoffwechselerkrankungen, kardiovaskulären Risikofaktoren, Patient:innen mit Krebs, chronischen Schmerzen und entzündlichen Erkrankungen. * BMI = Gewicht (kg) / Körpergröße (m)2 DAS NACHHALTIGE REZEPT Ernähren Sie sich vermehrt vegetarisch. Bevorzugen Sie wenig verarbeitete, lokale und saisonale Produkte. Essen Sie massvoll. GUTE VERHALTENSWEISEN Den Konsum von tierischen Produkten zugunsten von pflanzlichen Lebensmitteln reduzieren. Den Konsum von Fastfood und hochverarbeiteten Lebensmitteln verringern. Reduzieren Sie den Gebrauch von Plastik. Biologische Produkte bevorzugen. 4 Lokale und saisonale Produkte bevorzugen. GESUNDE UND NACHHALTIGE ERNÄHRUNG 5: WAS BRINGT DAS? 4 (BMI*: - 1,4 kg/m²) und Hypercholesterinämie (Nicht-HDL-Cholesterin: - 0,5 mmol/l). Geringeres Risiko für Adipositas durch reduzierte Einnahme von gesättigten Fetten.6 28 %-ige Senkung des Risikos einer koronaren Herzkrankheit durch eine insgesamt kalorienärmere Ernährung und die schützende Wirkung von Ballaststoffen. 6 59%-ige Senkung des Diabetesrisikos Obst und Gemüse Zugesetzter Zucker (z. B. in Süssigkeiten und in hochverarbeiteten Produkten). (z. B. rotes Fleisch: maximal 98 g/Woche). Tierisches Eiweiss LAIT Milchprodukte (z. B. Kartoffeln, Maniok). Stärkehaltiges Gemüse (z. B. aus tierischen Produkten, Kokos-/Palmöl). Ungesättigte Fette bevorzugen (z. B. Oliven-/ Rapsöl, Walnüsse, Haselnüsse, fetter Fisch). Gesättigte Fette Pflanzliches Eiweiss (z. B. Bohnen, Linsen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte). (z. B. Weizen, Hafer, Reis, Mais, Quinoa). Vollkorngetreide 1 2 3 4 5 6 7 8 VORTEILE FÜR DIE UMWELT Treibhausgasemissionen ( N2O durch Dünger, Methan durch Wiederkäuer). Wasserverbrauch (durch Viehzucht, v. a. Rinder) Biodiversität ( Entwaldung, Pestizide) 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN Bild : Agence Les Deux Dandys | Text: Julie Bridevaux, Léo Ozan Peterschmitt, Martine Bideau, Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl REDUKTION DES MEDIKAMENTENVERBRAUCHS Die Senkung des Medikamentenverbrauchs bietet erhebliche Vorteile für Gesundheit und Umwelt. Sie verringert das Risiko von Wechsel- und Nebenwirkungen bei den Patient:innen und reduziert gleichzeitig die Belastung unserer Ökosysteme, insbesondere von Gewässern 1 . Ein kritischer Blick auf jede Verschreibung fördert die Lebensqualität, verbessert die Versorgung und trägt zum Umweltschutz bei. Wie lässt sich der Medikamentenverbrauch senken? Ein Beispiel: Reduktion des Verbrauchs von Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), die häufig zur Fiebersenkung, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung eingesetzt werden. der über 65-jährigen Schweizer Versicherten erhielten 2019 eine potenziell unangemessene Verschreibung.2 WUSSTEN SIE SCHON ? Spitalaufenthalte in der Schweiz jährlich resultieren aus unerwünschten Arzneimittelwirkungen.3 Medikamente wurden im Genfersee gefunden. 34% 32 000 60 Tonnen Der ökologische Fussabdruck von Medikamentenproduktion und -verbrauch entspricht in einigen europäischen Ländern (z. B. Frankreich, Grossbritannien) dem des Landverkehrs. VORTEILE FÜR DIE GESUNDHEIT NSAR interagieren mit vielen Medikamenten (z. B. Antikoagulantien, Antidepressiva) und können deren Wirkung beeinflussen.5 Ein sparsamer Einsatz unterstützt die Vermeidung solcher unerwünschten Wechselwirkungen. Ein reduzierter NSAR-Konsum kann helfen, Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, HerzKreislauf- und Nierenprobleme zu vermeiden.5 VORTEILE FÜR DIE UMWELT Weniger Medikamentenverbrauch bedeutet zudem geringere Gewässerverschmutzung und weniger Abfall.1 Ein geringerer NSAR-Verbrauch schützt die Tierwelt, da diese Substanzen bei Fischen lebertoxisch wirken und bei Greifvögeln zu Nierenproblemen und Bestandsrückgängen führen können.1 WISSENSWERTES Zur Schmerzbehandlung gibt es nichtmedikamentöse Alternativen: Physiotherapie, Wärme- und Kälteanwendungen, Osteopathie, Akupunktur, (Selbst-)Hypnose.4 1. Senn N, et al. Santé et environnement. Vers une nouvelle approche globale. Édition RMS, 2022. PDF téléchargeable gratuitement. 2. Vallon N, et al. Utilisation de médicaments potentiellement inappropriés dans le canton du Valais et comparaison intercantonale. Unisanté, Centre universitaire de médecine générale et santé publique, Lausanne. Nov. 2023. 3. Beeler PE, et al. Hospitalisations Related to Adverse Drug Reactions in Switzerland in 2012–2019: Characteristics, In-Hospital Mortality, and Spontaneous Reporting Rate. Drug Saf. 2023;46(8):753-63. 4. Autres moyens pour gérer la douleur | CHUM [Internet]. [cité 15 oct 2024]. Disponible sur: https://www.chumontreal. qc.ca/fiches-sante/autresmoyens-pour-gererdouleur 5. Bourdon F, et al. Antiinflammatoires non stéroïdiens: mise au point pour le praticien. Rev Med Suisse.2022;18(768):235-40. 6. Lang PO, et al. Prescription médicamenteuse inappropriée : les nouveaux critères STOPP/ START. Rev Med Suisse. 11 nov 2015;494:2115-23. Bei jeder Verlängerung oder Neueinführung einer Medikation. Für NSAR besonders bei chronischen und/oder akuten Schmerzen sowie bei Konsultationen aufgrund von Grippe- oder Virusinfektionen. Wann sollte ein Verzicht/Absetzen von Medikamenten oder NSAR-Reduktion thematisiert werden? DAS NACHHALTIGE REZEPT Unnötige Verschreibungen vermeiden. Jede Verschreibung kritisch hinterfragen und gegebenenfalls nichtmedikamentöse Alternativen in Erwägung ziehen. Ärzt:innen profitieren vom Einsatz der Empfehlungen von Smarter Medicine (www.smartermedicine.ch) und der START/STOP-Kriterien.6 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN PRIORITÄT FÜR PRÄVENTION ÜBERTRAGBARE KRANKHEITEN (INFEKTIONEN) SCHÄDLICHE SUBSTANZEN FÜR DIE GESUNDHEIT UND DEN PLANETEN Prävention bedeutet, Krankheiten zu vermeiden! Hierdurch sind weder Medikamente noch zusätzliche Untersuchungen erforderlich, welche Treibhausgasemissionen verursachen. Prävention hilft zudem, für unsere Gesundheit als auch für die Umwelt schädliche Substanzen zu vermeiden. Durch gesunde Gewohnheiten können wir Krankheiten vorbeugen und die Biodiversität schützen. Dank Impfungen sind die Fälle schwerwiegender oder lebensbedrohlicher Infektionen wie Meningitis, Tetanus und Masern stark zurückgegangen. NICHT ÜBERTRAGBARE KRANKHEITEN (NCD) 1 NCDs sind Krankheiten, welche nicht übertragbar, sondern oft durch das Alter und den Lebensstil beeinflusst werden. Zu den häufigsten gehören Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Nationale Früherkennungskampagnen (z. B. Darm-, Brust- oder Prostatakrebs) und Präventionsinitiativen (wie zu Alkohol und Tabak) tragen zur Vorbeugung von NCDs bei. Endokrine Disruptoren,3 die das Hormonsystem stören, stehen im Verdacht, hormonabhängige Krebsarten, Fruchtbarkeitsstörungen, Sprachentwicklungsverzögerungen oder Autismus-Spektrum-Störungen zu verursachen. Sonnencremes Schutz vor Sonneneinstrahlung ist wichtig, doch einige chemische Sonnenschutzmittel enthalten endokrine Disruptoren, die zudem schädlich für Korallen, Fische und Schalentiere sind.4 Per- und Polyfluorierte Substanzen (PFAS) PFAS sind wasser- und hitzebeständig sowie antihaftend. Sie enthalten endokrine Disruptoren, sind krebserregend und schädigen das Hormonsystem.5-6 Diese „ewigen Schadstoffe“ finden sich in Textilien, Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und Antihaftbeschichtungen.5 Jährlich gelangen 25’000 Tonnen Sonnencreme in die Ozeane, das sind 48 Liter pro Minute! Sie kommen in Konservendosen, Kosmetika und Feuchttüchern vor. 1. https://www.swisshealthweb.ch/fr/article/doi/ bms.2023.1286014020/ 3. Confédération Suisse, OFSP, OFEV, OSAV, OFAG, SECO, Swissmedic, Suva. Perturbateurs endocriniens. Juin 2024. 5. Schraenk D, et al. Risk to human health related to the presence of perfluoroalkyl substances in food. EFSA Journal 2020. 2. Office fédéral de la statistique. Enquête suisse sur la santé. Disponible sur : https:// www.bfs.admin.ch/bfs/fr/home/statistiques/ sante/enquetes/sgb.html 4. Martin N, et al. Influence of TiO2 nanocomposite UV filter surface chemistry and their interactions with organic UV filters on uptake and toxicity toward cultured fish gill cells. Ecotoxicology and Environmental Safety. 2022, 243, pp.113984. 6. Office fédéral de la sécurité alimentaire et des affaires vétérinaires. Substances per- et polyfluoroalkylées (PFAS). Disponible sur : https:// www.blv.admin.ch Bei jeder Konsultation oder Gesundheitsuntersuchung. Wann sollte die Prävention angesprochen werden? DAS NACHHALTIGE REZEPT Sprechen Sie Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Kinderarzt über Prävention, Früherkennung bestimmter Krankheiten und Impfungen. Reduzieren Sie die Exposition gegenüber chemischen Produkten (Parfüms, Farben, Pestizide, Reinigungsmittel, Kosmetika etc.). Vermeiden Sie PFAS durch die Wahl von Kochgeschirr aus Gusseisen oder Edelstahl und Kleidung ohne Imprägnierung. Setzen Sie auf Schatten und Kleidung als Sonnenschutz. Falls Sonnencreme notwendig ist, wählen Sie wasserfeste Produkte mit „Ozeanschutz“- Label. Ein gesunder Lebensstil und Umweltbewusstsein fördern sogenannte Co-Benefits für Gesundheit und Ökosystem. Die Kampagne „12 Monate - 12 Aktionen“ auf www.revmed.ch/infos-patients bietet Tipps, um Gesundheit und Umwelt zu bewahren. Ein Drittel der Schweizer 2 Bevölkerung leidet an einer NCD - dies verursacht 80 % der Gesundheitskosten. 1/3 unserer Gesundheit werden durch unser Verhalten beeinflusst, während das Gesundheitssystem nur 10 % dazu beiträgt. 30O% Bild: Agence Les Deux Dandys | Text: Claudia Poloni, Martine Bideau, Johanna Sommer Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl 12 MOIS 12 ACTIONS KONTAKT MIT DER NATUR In Europa leben rund 75 % der Bevölkerung in städtischen Gebieten und haben wenig Kontakt zur Natur. Wissenschaftler:innen erkennen jedoch vermehrt, dass dies zu einer Zunahme von Krankheiten beiträgt und dass die Zeit, welche man in der Natur und ihrer Biodiversität verbringt, einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat. Menschen, welche regelmässig mit der Natur in Kontakt sind, erkranken weniger an Depressionen und Angststörungen.1 Reduziert das Auftreten von psychischen Störungen (Depression, Angst, Stress) Eine Metaanalyse zeigt, dass Menschen mit mässigem oder häufigem Kontakt zur Natur ein deutlich geringeres Auftreten von Diabetes aufweisen.3 Verringert das Risiko von Diabetes Regelmässige Spaziergänge in der Natur senken den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4,8 mmHg.1 Senkt den Blutdruck Bild: Agence Les Deux Dandy | Text: Johanna Sommer | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl Studien haben gezeigt, dass Menschen, die im Grünen leben, eine niedrigere Gesamtsterblichkeit haben als Menschen, die in städtischen Umgebungen wohnen. Daher sollen städtische Grünflächen oder der Kontakt mit der Natur gefördert werden.5 Senkt die Sterblichkeit Steigert die Immunabwehr und verbessert die Darmflora Unsere zu «sterile» Welt in städtischen Umgebungen führt zu einem Verlust der Artenvielfalt sowie zu einer Verarmung der Hautflora, was wiederum zu einer Zunahme von Allergien und Hautkrankheiten führt. Studien, in welchen Kinder mit Wald- und Feldboden in Kontakt kamen, zeigten eine Stärkung ihrer Immunabwehrmarker sowie eine Verbesserung ihrer Darmflora.4 Der Mensch hat das biologisch begründete Bedürfnis, eine Verbindung zu natürlichen Elementen wie Licht, Wind, Gerüchen, Geräuschen, Landschaften oder Tieren einzugehen. Verschiedene Theorien erklären diesen Effekt: Der Kontakt mit der Vielfalt natürlicher Landschaften verbessert sowohl die Konzentration als auch die Aufmerksamkeit.2 Erhöhte Aufmerksamkeit: Biophilie: Verbessert die Konzentration und verringert die Hyperaktivität bei Aufmerksamkeitsdefizitstörungen mit Hyperaktivität (ADHS) Wann sollte man die Frage nach dem Kontakt mit der Natur ansprechen? Insbesondere bei Bluthochdruck, Stress, Übergewicht/Adipositas, Diabetes, metabolischem Syndrom, Bewegungsmangel, Atemwegserkrankungen (Asthma, chronische Bonchitis), Aufmerksamkeitsdefizitstörungen, Angstzuständen, Dysbiose (Verstopfung), häufigen Infektionen, Depressionen, Herzinsuffizienz, postoperativ. Regelmässiges Spazieren in der Natur erhöht die Anzahl Schritte pro Tag und verbessert sowohl die Muskelkraft, die Lunge sowie das Herz-Kreislaufsystem.2 Stärkt die Muskeln und das Herz 1 2 DAS GRÜNE REZEPT Mehr als zwei Stunden pro Woche in der Natur oder in einem Park verbringen. Gärtnern in Gemeinschaftsgärten oder zuhause. Teilnahme an Aktivitäten zum Schutz und der Beobachtung der Natur. Förderung von Grünflächen und Fussgängerzonen im öffentlichen Raum. 1. Nguyen P-Y, Astell-Burt T, Rahimi-Ardabili H, Feng X. Effect of nature prescriptions on cardiometabolic and mental health, and physical activity: a systematic review. Lancet Planet Health 2023; 7: e313-28. 2. Senn N, Gaille M, del Río Carral M, Gonzalez Holguera J (dirs). Santé et environnement. Vers une nouvelle approche globale. Édition RMS, 2022. PDF téléchargeable gratuitement. Le chapitre 34, « Cobénéfices pour la santé du contact avec la nature » (Gonzalez Holguera J et Senn N) contient un très grand nombre de références. 3. Caoimhe Twohig-Bennett C, Jones A. The health benefits of the great outdoors: A systematic review and meta-analysis of greenspace exposure and health outcomes. Environmental Research 2018; 166: 628-637. 4. Roslund MI, et al. Biodiversity intervention enhances immune regulation and health-associated commensal microbiota among daycare children. Sci. Adv. 2020; 6: eaba2578. 5. Rojas-Rueda D, Nieuwenhuijsen MJ, Gascon M, Perez-Leon D, Mudu P. Green spaces and mortality : A systematic review and meta-analysis of cohort studies. Lancet Planet Health 2019 Nov;3(11): e469-e477. Erratum in: Lancet Planet Health 202. Aug;5(8):e504. REFERENZEN Proportion de mobilité encouragée pour respecter l’environnement 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN 1. World Health Organisation (WHO) (2011) Action plan for implementation of the European strategy for the prevention and control of noncommunicable diseases 2012-2016. 2. Senn N, et al. Santé et environnement. Vers une nouvelle approche globale. Édition RMS, 2022. Voir notamment le chapitre 32, pp. 353-360. 3. ElSayed NA, et al., on behalf of the American Diabetes Association. 8. Obesity and Weight Management for the Prevention and Treatment of Type 2 Diabetes: Standards of Care in Diabetes-2023. Diabetes Care. 2023 Jan 1;46(Suppl 1):S128-S139. 4. Héritier H, et al. A systematic analysis of mutual effects of transportation noise and air pollution exposure on myocardial infarction mortality: a nationwide cohort study in Switzerland. Eur Heart J. 2019 Feb 14;40(7):598-603. 5. Jiang B, et al. Transport and public health in China: the road to a healthy future. Lancet. 2017 Oct 14;390(10104):1781-1791. 6. Heran F. Vers des politiques de déplacements urbains plus cohérentes. Norois, 2017;245(4): 89-100. 7. Kriit HK, et al. Health economic assessment of a scenario to promote bicycling as active transport in Stockholm, Sweden. BMJ Open. 2019 Sep 17;9(9):e030466. 8. Celis-Morales CA, et al. Association between active commuting and incident cardiovascular disease, cancer, and mortality: prospective cohort study. BMJ. 2017 Apr 19;357:j1456. AKTIVE MOBILITÄT Unter dem Begriff aktive Mobilität werden Fortbewegungsarten zusammengefasst, welche die menschliche Muskelkraft als Hauptenergiequelle nutzen, wie z. B. Gehen oder Velofahren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertete 2011 die Mobilität der Weltbevölkerung als unzureichend: 20/28 % der erwachsenen Männer/Frauen und 78/84 % der jungen Männer/ Frauen im Alter von 11-20 Jahren sind aufgrund unzureichender und passiver Aktivität von nichtübertragbaren Krankheiten und vorzeitigem Tod bedroht. Die WHO empfiehlt aktive Mobilität als Hauptstrategie, um diesem Bewegungsmangel entgegenzuwirken und die schädlichen Nebenwirkungen der motorisierten Mobilität, insbesondere in den Städten, zu verringern.1 Keine Zunahme von unfallbedingten Verletzungen Studien zeigen, dass regelmässige aktive Mobilität, welche von Sicherheitsmassnahmen (Sichtbarkeit und Tragen von Helmen) flankiert und durch eine geeignete Infrastruktur unterstützt wird, nicht zu einer Zunahme von Unfällen und Verletzungen von Fussgängern und Velofahrern führt.2,5 der Bevölkerung sind nicht ausreichend aktiv oder völlig inaktiv. 1 28 % Verringerung von Adipositas, Diabetes, Herz-KreislaufErkrankungen und osteoartikulären Infektionen aber auch die Verminderung der mit ihnen verbundenen Komplikationen.2-4 Verringerung von Atemwegserkrankungen Die Luftverschmutzung schadet der Gesundheit erheblich, vor allem in der Kindheit und im Alter. Studien zeigen, dass sich aktive Mobilität - sogar in einer verschmutzten Umgebung - positiv auf die Gesundheit auswirkt.2,5 Reduktion von Lärm Positive Auswirkungen auf Stress, Stimmungs- und Schlafstörungen sowie auf die kognitive Entwicklung und Aufmerksamkeit von Kindern.2,4 Fördern Sie die Schaffung von Fussgängerzonen und sicheren Infrastrukturen. DAS NACHHALTIGE REZEPT Wenden Sie aktive Mobilität im Alltag an: auf dem Weg zur Arbeit, zu ausserschulischen Aktivitäten, an Wochenenden und in den Ferien. Ersetzen Sie Fahrten mit motorisierten Fahrzeugen so weit wie möglich durch Zufussgehen, Velofahren oder öffentliche Verkehrsmittel. Insbesondere bei Stress, Angstzuständen, Depressionen, Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADS), Übergewicht/Adipositas, Diabetes, metabolischem Syndrom, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Atemwegserkrankungen (Bronchitis, Asthma, chronische Bronchitis), Dysbiose (Verstopfung), häufigen Infektionen, Herzinsuffizienz, in der postoperativen Phase. Wann sollte man das Thema aktive Mobilität ansprechen? Verringerung der Emission von Treibhausgasen 40 % der nationalen, direkten Treibhausgasemissionen sind auf den motorisierten Verkehr zurückzuführen. 2,9 60 % unserer Reisewege liegen in einem Radius von 5 km und 80 % innerhalb von 10-15 km.2 Zunahme von Grün- und Begegnungsflächen, positive Auswirkung auf die Biodiversität Aktive Mobilität benötigt 50 bis 300 Mal weniger öffentlichen Raum als das Privatauto.2,6 Parks, Fussgängerzonen, Velowege und öffentliche Verkehrswege bringen einen Nettonutzen für die Gesellschaft, aber auch für die Beziehung vom Menschen zur Natur.2,7 Eine Studie zeigt, dass ein Arbeitsweg, welcher auch nur einen kleinen Teil aktive Mobilität beinhaltet (z. B.: Bus + Velo) das Risiko eines vorzeitigen Todes um 24 % senkt.8 VORTEILE FÜR DIE UMWELT Bild: Agence Les Deux Dandys | Text: Virginie Chaves-Vischer, Jean-Yves Corajod | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl Anteil der Mobilität, welche zum Schutz der Umwelt gefördert werden sollte. 9. Office fédéral de la statistique, Confédération suisse. Impact sur l’environnement. 2020 Oct 20.mortality: prospective cohort study. BMJ. 2017 Apr 19;357:j1456. TÉLÉCHARGEZ LES RECETTES DÉTAILLÉES ICI 12 MOIS 12 ACTIONS REFERENZEN NATÜRLICHE BEHANDLUNGEN BEVORZUGEN ERKÄLTUNG, HUSTEN, HALSSCHMERZEN Bild: Agence Les Deux Dandys | Text : Martine Bideau, Fabrice Coppex, Caroline Werner | Anpassung auf Deutsch: Johanna Sommer, Daniel Brandl 1. Hawkes N. Cutting emissions by drug industry is crucial to reducing NHS’s carbon footprint. BMJ 2012;345 2. Maisonneuve H, et al. Emploi des remèdes de grand-mère en ORL: la recherche éclaire nos pratiques et celles de nos patients. Rev Med Suisse. 2022;18(781): 925-929. 3. Smith MB, Feldman W. Overthe-counter cold medications. A critical review of clinical trials between 1950 and 1991. JAMA 1993;269(17):2258-63. 4. Lowenstein SR, Parrino TA. Management of the common cold. Adv Intern Med 1987;32:207-33. Immer, wenn Patient:innen unkomplizierte Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Erkältung zeigen. Natürliche Behandlungen können auch ergänzend zu Medikamenten wie Paracetamol eingesetzt werden. Wann sollten natürliche Behandlungen von Atemwegsinfektionen thematisiert werden? Kinder unter 4 Jahren erleiden im Durchschnitt sechs bis acht Atemwegsinfektionen pro Jahr, Erwachsene zwei bis vier. 2 Viele der verfügbaren Medikamente lindern die Krankheitsbeschwerden, aber können die Krankheitsdauer nicht verkürzen. Natürliche Behandlungen können hier ebenso wirksam sein3,4 Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen, Husten und Halsschmerzen sind weit verbreitet und werden meist durch Viren ausgelöst. Herkömmliche Medikamente beeinflussen den Krankheitsverlauf kaum, aber tragen erheblich zum CO₂-Fussabdruck des Gesundheitssystems bei: ca. 1/5 des CO₂, welches durch das Gesundheitssystem produziert wird, entfallen auf Medikamente¹. Der Einsatz von natürlichen Behandlungen bietet daher Vorteile für Patient:innen und Umwelt. EINIGE BEWÄHRTE NATÜRLICHE BEHANDLUNGEN Sicherstellen einer ausreichenden Vitaminzufuhr durch fünf Portionen Obst und Gemüse täglich. Erkältung im Anfangsstadium: Fussbad mit ansteigender Temperatur 2 Reizhusten: Malvenblütentee2 Husten mit Auswurf: Thymiantee2 Halsschmerzen: Gurgeln mit Salzwasser 2 Husten und Halsschmerzen: Tee und/oder Gurgeln mit Honig (Kleinkinder nicht vor dem ersten Lebensjahr), Zitrone, Thymian Erkältung: Nasenspülungen VORTEILE FÜR DEN PLANETEN Deutliche Reduktion des CO₂-Fussabdrucks durch verringerten Medikamentenverbrauch. Schutz der Biodiversität durch weniger schädliche Medikamentenrückstände in der Umwelt. VORTEILE FÜR DIE PATIENT:INNEN Vermeidung chemischer Substanzen, deren Wirksamkeit oder Überlegenheit gegenüber natürlichen Behandlungen oft nicht bewiesen ist. Ermöglicht den Patient:innen eine aktive Teilnahme an ihrer Therapie und stärkt die Arzt-Patienten-Beziehung.1 Geringere Kosten. HIER DIE REZEPTE HERUNTERLADEN DAS NACHHALTIGE REZEPT Beruhigen Sie den/die Patient:in (oder die Eltern), indem Sie erklären, dass die Atemwegsinfektion in der Regel von selbst abheilt. Bieten Sie wirksame natürliche Rezepte, welche einfach selbst hergestellt werden können, als Alternativen zu Medikamenten an. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Vorschläge und Erfahrungen Ihrer Patient:innen zu erfahren. Kleine Veränderungen im Alltag können Grosses bewirken – für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und für unseren Planeten. Entdecken Sie zwölf einfache, wissenschaftlich fundierte Aktionen für die Praxis und den Familienalltag. Scannen Sie den QR-Code oder besuchen Sie unsere Webseite: Dort finden Sie weiterführende Informationen sowie alle Poster zum kostenlosen Download und Selbstausdrucken. kis.ch/ Nachhaltigkeit--- Planetary-Health 12 Monate – 12 Aktionen für Gesundheit und Umwelt Quellenangabe: Infografiken aus der Serie «12 Monate – 12 Aktionen für Gesundheit und Umwelt», erstellt und veröffentlicht von der Revue Médicale Suisse. Hintergrundillustration: Magnific (magnific.com) Bild: Kinderärzte Schweiz
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