KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 2/2025

02 / 2025 FORTBILDUNG: THEMENHEFTTEIL KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 27 DR. MED. CLARISSA GAITAN VILLELA ASSISTENZÄRZTIN PÄDIATRIE, KINDERSPITAL AARAU KSA PROF. DR. MED. WALTER KNIRSCH FACHARZT FÜR KINDER- UND JUGENDMEDIZIN MIT SCHWERPUNKT PÄDIATRISCHE KARDIOLOGIE, UNIVERSITÄTSKINDERSPITAL ZÜRICH DR. MED. MARC WILDBOLZ FACHARZT FÜR KINDER- UND JUGENDMEDIZIN MIT SCHWERPUNKT PÄDIATRISCHE KARDIOLOGIE, KINDERSPITAL AARAU KSA Korrespondenzadresse: marc.wildbolz@ksa.ch Endokarditisprophylaxe: Refresher auf das ausführliche Update der Duke-Kriterien für Endokarditis von 2023 verwiesen5. Die Endokarditisprophylaxe hat zum Ziel, das Risiko einer infektiösen Endokarditis bei Hochrisikopatient:innen zu minimieren. Die Empfehlungen zur Endokarditisprophylaxe in der Schweiz wurden im Jahr 2021 von der Expertengruppe «Infective Endocarditis Prevention» aus Vertreter:innen der verschiedenen infektiologischen, kardiologischen und kinderkardiologischen Schweizerischen Fachgesellschaften gemeinsam überarbeitet, angepasst und neu erstellt1–2. Das Krankheitsbild der Endokarditis Die infektiöse Endokarditis ist eine Infektion des Endokards der Herzkammern und der -klappen, die mit einer Thrombusbildung (Vegetation) einhergeht und so zu einer Schädigung des Endokardgewebes und/oder der Klappen führen kann (siehe Abbildung 2). Betroffen sind vor allem Patient:innen mit einem zugrunde liegenden Risiko (siehe unten), insbesondere, wenn sie sich einer Intervention mit potenzieller Bakteriämie unterziehen. Bei Kindern kommt sie selten vor, weist jedoch eine hohe Morbidität und Mortalität auf. Die häufigsten Erreger sind orale Viridans-Streptokokken, Staphylokokken und Enterokokken. Klinische Zeichen sind meist unspezifisch z. B. Fieber, Appetitlosigkeit, Unwohlsein, sowie Allgemeinzustandsverschlechterung, was oft eine diagnostische Herausforderung darstellt. Vaskuläre (z. B. Splinter Hämorrhagien) oder immunologische (z. B. Roth Spots) Phänomene können weitere Hinweise geben. Zusammen mit einem neu aufgetretenen Herzgeräusch oder einer Veränderung eines früheren Geräusches sind solche Symptome – gerade bei Risikopatient:innen – hochverdächtig3–5. Hier wird auch Abbildung 2: An illustration of endocarditis. Bruce Blaus Blausen.com staff (2014). «Medical gallery of Blausen Medical 2014». WikiJournal of Medicine 1 (2). DOI:10.15347/wjm/2014.010. ISSN 2002-4436 Abbildung 1: Zweimal tägliches Zähneputzen ist empfohlen. Foto: iStock Allgemeine Empfehlungen zur Prävention ■ Unabhängig von der Risikokategorisierung sollten kardiologische und andere für eine Endokarditis prädisponierten (z. B. bei Immunsuppression) Patient:innen auf eine gute Zahn- und Hauthygiene achten: • zweimal tägliches Zähneputzen (wenn möglich mit elektrischer Zahnbürste) mit Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide

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