HESS - 1882-2007

78 speziell auf die PTT-Anforderungen zugeschnitten ist. Das in bewährter CO-BOLT®-Technik aufgebaute Fahrzeug basierte auf einem eigens für diesen Midibus geschaffenen Stahlrahmen, der bei Vetter in Deutschland angefertigt worden war. Vom Fahrzeugtyp her handelte es sich um einen Hochboden-Überland-Linienwagen mit grossen seitlichen Kofferräumen und einem Heckgepäckraum. Das Mercedes-Triebwerk war im Heck stehend längs eingebaut. Es gab seine Leistung über ein ZF-Getriebe auf die ZF-Hinterachse ab. Vorne besass der Wagen eine Achse aus dem MercedesSortiment. Der Bus war luftgefedert. 1997 folgte ein weiteres Prototyp-Fahrzeug, diesmal als Stadtversion mit Niederflur-Wagenboden. Bis heute ist die Midibusreihe von HESS, bezeichnet als Swiss Midi, allerdings nicht in die Serienproduktion gegangen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Gemäss der damaligen Interpretation ging man bei HESS davon aus, dass sich der Kunde als Basis für den Busbau ein Chassis von einem Chassis-Hersteller wünschen würde. Die in Deutschland bezogenen Chassis brachten HESS unerwartete Qualitäts-Probleme. Dann verlief der Probeeinsatz bei der Post nicht optimal, vor allem die Abwicklung der Ersatzteilbereitstellungen verursachte Stillstandzeiten. Bei HESS fiel der Verzicht auf den Midibusbereich relativ leicht, da parallel dazu Aufträge in anderen Bereichen eintrafen. Der Hochboden-Prototyp gelangte nach den Probeeinsätzen zur Auto AG Schwyz. Den Niederflurwagen übernahm Postautohalter Malacrida in Mendrisio. Nachdem die Qualitätsprobleme behoben worden waren, zeigten beide Fahrzeuge im täglichen Einsatz ihre Vorteile. Zusammenarbeit mit einem anderen «Schweden» Als möglicher Unterlieferant für Chassis-Module kam nebst Volvo auch Scania in Frage. Als einen der Angelpunkte in dieser neuen schwedischen Beziehung sollte sich das afrikanische Senegal erweisen: Hier wollte ein Lastwagenhändler aus Luzern – ausgehend von seiner Lastwagenwerkstätte in Senegal – Scania-Chassis mit HESS-Kits zu Bussen aufbauen. Dieses Projekt kam dem schwedischen Mutterhaus zu Ohren; auf der internationalen Nutzfahrzeugausstellung in Hannover kam es zum Treffen der Verantwortlichen von HESS und Scania. Die Schweden suchten selbst für ihren Aufbaupartner Balscan in Estland einen Kit-LiefeUnten: 13,5 m lang HESS Low Entrys für Zugerland Verkehrsbetriebe AG und Transportunternehmung Odermatt.

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