73 Führung des Auges. Einen kritischen Punkt bildeten die Scheinwerfer. Der gewählte Entwurf wurde unter anderem für den Einsatz von Serienprodukten angepasst. Grundsätzlich durfte das Endprodukt nicht unnötig verteuert werden, die Optik musste ausserdem bei allen in der Schweiz anzutreffenden Fahrzeugbreiten (2,30 m, 2,40 m, 2,50 m – Flugfeldbusse mit noch grösserer Breite) überzeugen, das heisst konkret, dass das gewählte Design eine modulare Bauweise zulassen musste. In der Konstruktionsabteilung von HESS wurde die Front fertigentwickelt, dann dem Meister der Prototypenwerkstatt übergeben. Hier wurde nun das Modell im Massstab 1:1 in Blech getrieben und gehämmert – heute würde man das fräsen lassen. Im Gegensatz zur neuesten Frontgestaltung (CO-BOLT® 3), bei der die räumliche Wirkung bereits am Bildschirm erkennbar wurde, vermittelten beim Design 2000 erst die getriebenen Blechteile die dreidimensionale Anschauung. Von diesen Blechteilen wurden anschliessend Polyesterformen erstellt. An einem Midibus für Schaffhausen und an einem Fahrzeug für Meier in Regensdorf zeigte HESS an der traditionellen VöV-Frühjahrestagung im Verkehrshaus Luzern erstmals das neue Design. Ein erstes Kompliment bekam die HESS-Crew vom damals für Neoplan tätigen Bob Lee, der anerkennend feststellte, dass sich beim HESS Design wirklich jemand Mühe gegeben habe. Swiss Midi Überlandbus – ein Versuch, in eine Marktnische einzudringen Immer wieder benötigen Verkehrsbetriebe neben den grossen 12-m- oder 18-m-(Gelenk-)Wagen auch mittelgrosse Fahrzeuge, sogenannte Midibusse. Da stückzahlmässig wesentlich weniger Midibusse verkauft werden können als bei den grösseren Einheiten, wird diese Fahrzeuggrösse bei den Grosserienherstellern stiefmütterlich behandelt, zum Teil gar nicht angeboten. Schweizer Firmen wie NAW oder Frech-Hoch haben in den 80er-Jahren versucht, mit einem Produkt in diesen Markt einzudringen – Frech-Hoch hatte technische Probleme, das NAW-Produkt war gut, aber zu teuer und nicht niederflurig. HESS wagte sich in Absprache mit Vertretern aus dem Hause Mercedes-Benz Schweiz nun an die Entwicklung eines Midi-Autobustyps. 1995 präsentierte HESS ein Prototyp-Fahrzeug, das Busse Swiss Midi in Hoch- und Niederflurausführung.
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