HESS - 1882-2007

38 Carrosserie war in Aluminiumblech ausgeführt, das anstelle einer Lackierung vollständig in Handarbeit mit einem aparten Zapfenschliff versehen war. Mit seiner V-förmigen, geneigten Windschutzscheibe, den grossen Drahtspeichenrädern und guten Fahrleistungen, liess dieser kleine Sportwagen bestimmt die Herzen vieler junger Männer und Frauen höher schlagen. Was jedoch die wenigsten Marken anboten, waren wintertaugliche, gebrauchstüchtige Cabriolets. Gerade solche jedoch fanden in der Schweiz einen wachsenden Markt. Freute man sich im Sommer über das, einem Tourenwagen gleichwertige offene Fahrzeug, so bot das gepolsterte und gut isolierte Verdeck bei kaltem Wetter den nötigen Schutz und ausreichend Komfort. Eine Variante des Themas waren die neu aufkommenden Cabrio-Limousinen, bei denen die festen Seitenwände in Verbindung mit einem Roll- oder Faltverdeck Fahrfreuden übers ganze Jahr versprachen. Mindestens bei einem dieser Wagen wurde das Verdeck, ähnlich wie bei den Bussen, mittels mechanischer Vorrichtung geöffnet und geschlossen. Rechts: Sport-Cabriolet, 2-sitzig mit neuer Linie. Alfa Romeo. Auf dem leistungsfähigen Alfa Romeo RLChassis mit seinem agressiven Spitzkühler baute HESS ein sehr attraktives Cabriolet mit vier Sitzplätzen auf. Das markierte den Beginn einer guten Zusammenarbeit mit der Mailänder Marke. Die berühmten Modelle 6C1500/1750 in ihren verschiedenen Varianten dienten als Basis für mehrere wunderschöne Cabriolets und geräumige Limousinen. Es waren dies auch die vielbeachteten Stars der Personenwagen auf dem HESS-Stand am Genfer Automobil-Salon von 1931 und 1932. Abbildungen dieser begehrenswerten Spezialcarrosserie dienten der Firma HESS auch für die Werbung mit Inseraten und Prospekten. Von Martini kamen ab 1925 zahlreiche Sechszylinderchassis nach Solothurn, wo sie ihre Carrosserien, meistens als Limousinen, erhielten. Auch von den 1927 lancierten grossen Sechszylindermodellen aus St. Blaise wurden einige von HESS eingekleidet. Es waren durch und durch schweizerische Qualitätsautos, die nicht nur im Inland gebaut worden waren, sondern überdies auch die gesamte elektrische Anlage von Scintilla besassen.

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