16 Unser Blick zurück in die Geschichte beginnt rund 1200 Jahre vor Christus, in der Bronzezeit. Aus dieser Zeit datiert das Grab, das am 30. Oktober 1946 beim Aushub der neuen Werkhalle der Carrosserie HESS AG an der Bielstrasse in Bellach in zwei Metern Tiefe zum Vorschein kam. (Zufall, dass am Tag danach Allerheiligen war?) Dem in Bellach bestatteten Menschen waren Rindfleisch und Getreide in mehreren Trink- und Vorratsgefässen für seine Reise ins Jenseits mitgegeben worden. Daraus lässt sich ableiten, dass am Jurasüdfuss schon während der Bronzezeit Ackerbau betrieben und Vieh gehalten wurde. Leider aber konnten weder aus der Anlage des Grabes noch aus den Grabbeilagen irgendwelche wagenbauerische Aktivitäten nachgewiesen werden – weshalb, selbst mit viel Phantasie, am heutigen Standort von HESS leider nicht auch auf eine über 3000 Jahre Fahrzeugbaugeschichte zurückgeblickt werden kann … … zu den Anfängen der HESS So machen wir denn auf unserer Zeitreise einen grossen Sprung vorwärts: über die Römer, den Helvetierauszug, das Mittelalter, die junge Eidgenossenschaft … und setzen als neuen Meilenstein das Jahr 1882. In diesem Jahr wird (in Berlin) die erste elektrische Strassenbeleuchtung in Betrieb genommen, von Louis Pasteur die Tollwutschutzimpfung entwickelt, Ägypten von den Briten besetzt und Robert Wagners Oper «Parsival» uraufgeführt. In der Schweiz herrscht derweil im Verkehrsbereich grosse Aufbruchstimmung. Die Eröffnung des Gotthard-Eisenbahntunnels und die Betriebsaufnahme des öffentlichen Verkehrs in Zürich sind zukunftsweisende Ereignisse. In diesem Umfeld wird der Grundstein des Unternehmens, kurz HESS, gelegt. Im Mai 1882 nimmt nämlich der 22-jährige Heinrich Hess, heimatberechtigt in Märstetten TG, seine selbständige Tätigkeit als Wagner- und Schlossermeister auf. Dank seiner Ausbildung bringt er alle erforderlichen Fachkenntinsse mit. Den idealen Standort für sein Gewerbe findet Hess an der Ausfallstrasse Richtung Westen, an der Bielstrasse Oben: Fundstelle des bronzezeitlichen Grabes mit Schalenbeigaben. Rechts: Vasenrand, Fragment mit Fingerabdrücken. Unten: Schale als Grabbeilage.
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