8 Zenit | März 2026 Warum tut sie das? «Ich möchte etwas zurückgeben, zudem arbeite ich nicht mehr wie früher 150 Prozent und meine vier Kinder sind gross, sodass ich mehr Zeit habe.» Zusammen mit ihrem Mann unterstützt sie den Inselstaat Tonga im Südpazifik, der nach einem verheerenden Tsunami vor vier Jahren auf Hilfe angewiesen ist. Da ihr Mann Wurzeln auf der Insel hat, existiert eine Familienstiftung mit einem entsprechenden Netzwerk, das nun von grossem Nutzen ist. «Wir haben hier Geld gesammelt, das wir beispielsweise für den Kauf von Fischerbooten und den Bau von Wassertürmen verwenden konnten», sagt Sandra Studer. Es sei schön, wie man mit relativ wenig finanziellem Aufwand sehr viel bewirken könne, fügt sie an. Ein Familienmensch Die Frage nach Brüchen, nach Wandel in ihrem Leben scheint auf den ersten Blick wenig ergiebig. Ihre stetige Entwicklung hin zu einer der bekanntesten Moderatorinnen der Schweiz, ihr Familienleben mit vier Kindern und einer gelungenen Ehe – alles scheint sich organisch entwickelt zu haben. «Auch mein Leben hat Brüche», sagt Sandra Studer. Als ihr drittes Kind bereits nach sechs Monaten zur Welt kam, erlebten sie und ihr Mann eine sehr schwierige Zeit. «Das hat mich damals aus der Bahn geworfen. Nicht zu wissen, ob mein Kind überlebt oder nicht, hat uns alle stark belastet.» Es gab auch andere Erlebnisse und Ereignisse, aber Sandra Studer hat solche Dinge nie nach aussen getragen. Ihre Familie zu schützen, stand bei ihr immer an vorderster Stelle, sie wollte nie, dass ihre Kinder wegen ihrer Bekanntheit leiden müssen. Auch sonst hat die Familie bei ihr einen sehr hohen Stellenwert. In der Zeit, als die Kinder klein waren, hat sie öfters Anfragen abgesagt, wenn es das Privatleben zu sehr belastet hätte. «Ich hätte zum Beispiel gerne bereits damals schon mehr Theater gespielt», sagt Sandra Studer. Aber mit kleinen Kindern an den Abenden auf der Bühne zu stehen, hätte sie zu sehr gestresst. «Für mich war stets klar, dass die Familie an vorderster Stelle steht. Das mag langweilig klingen, aber je langweiliger, desto besser.» Sie lacht und erklärt: Selbstverständlich sei es innerhalb der Familie und auch sonst in ihrem Leben nie langweilig gewesen. «Ich bin einfach froh, wenn alles gut läuft.» Leben als Achterbahn Obwohl die letzten Jahre und Jahrzehnte relativ «linear» verlaufen seien, fühle es sich ganz anders an, sagt Sandra Studer. «Ich empfinde mein Leben als eine grosse Achterbahn, wo dauernd sehr viel Wandel stattgefunden hat.» Damit meint sie auch und vor allem das Familienleben, das ihr so viel gibt und ihr viel bedeutet. «Was meine vier Kinder über die Jahre alles mit nach Hause brachten an Menschen, Ideen, Gedanken und Erlebnissen, ist einfach wunderbar und für mich eine riesige Bereicherung.» Am grossen Tisch in der Stube versammeln sich die Menschen, essen, lachen, diskutieren – und spielen das bereits erwähnte Brändi Dog, Sandra Studers Lieblingsspiel. Das Leben aus den Augen junger Erwachsener zu sehen, findet sie spannend. «Ihre Lebensrealitäten sind so anders als meine in jungen Jahren, sodass ihnen meine Erfahrungen von damals nur bedingt nützen», sagt sie. Heute sei es beispielsweise viel schwieriger, einfach mal beruflich etwas auszuprobieren. «Damals waren viele Türen halb offen, das ist heute ganz anders.» Damals. Wie war das nochmal mit ihren Anfängen als Sängerin – ein Kindheitstraum, der sich erfüllte? Sandra Studer winkt ab, wie bereits angetönt, sei sie eher per Zufall zum ESC gelangt. «Ich habe in Bands und einem Sie wurde 1969 als Tochter einer Spanierin und eines Schweizers geboren. Als Stu- dentin reichte sie als Sandra Simó (lediger Name der Mutter) ihr Lied «Canzone per te» ein und vertrat die Schweiz 1991 am ESC in Rom. Sie erreichte den fünften Platz. Sandra Studer, die Germanistik und Musikwissenschaft studier- te, wurde darauf vom Fernsehen entdeckt und mit Sendungen wie «Traumziel», «Takito» und «einfachluxuriös» zu einer der beliebtesten Fernsehmoderatorinnen der Schweiz. Sie moderierte in der Folge TV-Events wie «La Traviata im Hauptbahnhof» oder den Swiss Award. Zudem stand und steht sie in zahlreichen Musicals, Theaterstücken und anderen musikalischen Projekten als Sängerin und Schauspielerin auf der Bühne. Letztes Jahr moderierte sie zu- sammen mit Hazel Brugger und Michelle Hunziker den ESC-Final in Basel. Sandra Studer ist Mut- ter von vier Kindern und lebt in der Nähe von Zürich. Wer ist Sandra Studer?
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx