Zenit Nr. 1. März 2026

31 Zenit | März 2026 Markus Baumann, warum ist das Männerkochen aus Ihrer Sicht ein so wertvolles Angebot? Das Männerkochen vereint Gesundheitsförderung, soziokulturelle Begeg- nung und gesellschaftliche Teilhabe auf niederschwellige und wirkungsvolle Weise. Die Teilnehmenden erwei- tern ihre Koch- und Ernährungskompetenzen für den Alltag und erleben gleichzeitig Gemeinschaft und Aus- tausch. Dadurch wird die Selbstständigkeit gestärkt und aktiv zur Vorbeu- gung von Einsamkeit im Alter beigetragen. Müssen Männer, die den Kurs besuchen möchten, Kochkenntnisse haben? Nein. Das Männerkochen ist bewusst niederschwellig konzipiert und richtet sich an Männer mit und ohne Koch- erfahrung. Entscheidend sind Inte- resse und Freude am gemeinsamen Tun. Das Lernen voneinander ist Teil des Konzepts und trägt zu einer offenen, entspannten Atmosphäre bei. Welche Rolle spielen soziale Kontakte beim Männerkochen und warum sind diese für ältere Männer besonders wichtig? Soziale Kontakte sind ein zentrales Element des Männerkochens. Viele ältere Männer verfügen über wenige soziale Treffpunkte. Das gemeinsame Kochen schafft einen unkomplizierten Rahmen für Begegnung, Gespräche und neue Kontakte. Dadurch wird soziale Isolation reduziert und das psychische Wohlbefinden nachhaltig gestärkt. Sie unterstützen Altersvereine oder Partnerorganisationen, wel- che als «Gastgeber» des Männerkochens auftreten möchten. Wel- che Infrastruktur ist notwendig, damit ein Männerkochen ange- boten werden kann? Der infrastrukturelle Aufwand ist gering. Benötigt wird eine funktio- nale Küche, wie sie in Schulhäusern, Pfarreizentren oder Gemeinschaftsräumen vorhanden ist. Wichtig ist zudem eine gute Erreichbarkeit der Lokalität. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Männerkochens? Ich wünsche mir, dass sich der Männerkochtreff als wirksames und erprobtes Angebot der Alters- arbeit in den Gemeinden etabliert. Mit überschaubarem Aufwand kann Gesundheitsförderung, soziale Teil- habe und Lebensqualität älterer Männer nachhaltig gestärkt werden. INTERVIEW: ESTHER PETER MÄNNERKOCHEN PRO SENECTUTE ❉ Fotos: Willisauer Bote, David Koller, zVg Markus Baumann, Bereichsleiter Beratung Gemeinden und Projekte, Pro Senectute Kanton Luzern Beratung Ein Angebot, das ankommt den Austausch und die anregende Atmosphäre. Oft entstehen Gespräche darüber, wie es gelingt, auch im Alltag öfter selber den Kochlöffel zu schwingen und wie gut sich Erfolgserlebnisse am Kochherd an- fühlen. Das Angebot kommt gut an: Die erste Durchführung in Willisau war rasch ausgebucht, und die positiven Rückmeldungen zeigen, dass das Männerkochen ein echtes Bedürfnis trifft. Pro Senectute Kanton Luzern bietet interessierten Gemeinden und Altersorganisationen das bewährte Männerkochen aktiv an. Das Angebot braucht lokale Gast- geber und ermöglicht Männern so einen unkomplizierten Zugang zu gesunder Ernährung, Gemeinschaft und sozialem Austausch. Unterstützt wird das Angebot durch die Gesundheitsförderung Kanton Luzern. Das Männerkochen zeigt, wie mit wenig Aufwand und einer funktionalen Küche ein wirkungsvolles Angebot für ältere Männer geschaffen werden kann. Markus Baumann, Bereichsleiter Beratung Gemeinden/Projekte, erklärt, wieso dieses Angebot flexibel umsetzbar ist und welche Unterstützung dafür wichtig ist. Interessierte willkommen Das Männerkochen in Willisau wurde durch die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, die kantonale Dienststelle Gesundheit und Sport, die Gesundheitsförderung Schweiz sowie die Beisheim Stiftung finanziert. In Willisau lag die Durchführung des Kochtreffs in den Händen des Vereins «Alter mit Zukunft» in enger Zusammenarbeit mit Pro Senectute Kanton Luzern. Interessierte Gemeinden oder Altersvereine melden sich bei Markus Baumann, Bereichsleiter Beratung Gemeinden und Projekte. markus.baumann@lu.prosenectute.ch, Tel.041 226 11 81 www.lu.prosenectute.ch/ Kochtreff ❉

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