Zenit Nr. 1. März 2026

Zenit | März 2026 12 Im Verlauf der letzten 20 Jahre wandelte sich die Welt kontinuierlich. Die Konsequenz davon sind Verunsicherung und ein verstärkter Generationengraben. Es sind aber auch grundlegende und positive Gegenentwicklungen entstanden. VON FRANÇOIS HÖPFLINGER * Die nach 1989 erlebte Aufbruchstimmung – Ende der Sowjetunion, Wie- dervereinigung Deutschlands und Demokratisierung Osteuropas – ist in den letzten 20 Jahren zerbrochen. Die letzten zwei Jahrzehnte waren durch immer neue Krisen gekennzeichnet, von der Finanzkrise 2007 bis 2009 – die schliesslich mit dem Konkurs der Credit Suisse endete – und der Covid- Epidemie ab 2020 – die zeitweise massive Einschränkungen der Bewe- gungsfreiheiten und Begegnungsorte Hin zur Solidarität zwischen den Generationen einschloss – bis hin zur Invasion in die Ukraine und autoritären Trends in den USA. Polarisierende populistische Bewegungen sind in vielen Ländern deutlich und führen vermehrt zu staats- politischen Blockaden. Verstärkt wurde die Krisenstimmung durch immer sichtbarer werdende Fol- gen des Klimawandels. Die Hitzesommer der letzten Jahre führten speziell bei älteren Menschen zu sichtbaren ge- sundheitlichen Problemen. Die rasche Digitalisierung und Diskussionen über die Folgen der KI-Technologie trugen und tragen ebenfalls zur Verunsicherung der Bevölkerung bei. Dies hat auch in der Schweiz erneut zu einem verstärkten Generationengraben bei- getragen, da die jüngsten Generationen nicht mehr – wie frühere Generationen – davon ausgehen, dass es ihnen besser gehen wird als ihren Eltern. Erhitzt haben sich dabei auch die Diskurse um die Folgen der demografischen Alterung, sei es bezüglich drohender Defizite der Altersvorsorge oder sei es bezüglich einem sich ab- zeichnenden Pflegenotstand. Die See ist stürmisch geworden, aber unterhalb der Wellen – von den

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