10 Zenit | März 2026 Chor gesungen. Dann habe ich bei einem Freund, der ein Tonstudio hatte, für eine andere Sängerin die Backing Vocals eingesungen. Wir schafften es mit dem Song an die Schweizer Vorent- scheidung des ESC. Ein Tessiner Komponist kam auf mich zu und fragte, ob ich im Folgejahr mit seinem Lied mitmachen wollte. Es war alles etwas zufällig und einfach ein Abenteuer.» Eigentlich träumte Sandra Studer davon, in der Operndramaturgie Fuss zu fassen. «Hinter der Bühne an der Oper zu arbeiten, das wäre mein Traum gewesen.» Nun, es kam anders, 1991 vertrat sie am ESC die Schweiz mit dem Song «Canzone per te» und erreichte den fünften Platz. Sie sei da einfach so reingerutscht, erinnert sie sich. «Deshalb habe ich wohl immer eine gewisse Leichtigkeit behalten.» Danach setzte sie ihr Studium der Germanistik und Musikwissenschaft Inserat bringen und so herunterbrechen, dass es für alle erfahrbar ist. Dass ihr das unter anderem mit Sendungen zum Lucerne Festival oder mit Moderationen zu Opernaufführungen gelungen ist, freut sie. «Wichtig war mir immer die gegenseitige Wertschätzung der verschiedenen Sparten.» Sandra Studer hatte das Glück, dass sie sich nie um Engagements bemühen musste. Ist sie ein Glückskind, dem alles in den Schoss fällt? «Ich habe auch hart gearbeitet. Aber ich bin dankbar, dass ich diesen Weg machen konnte und nie das Gefühl hatte, dass man mich nicht mehr will.» Das ist auch ihrer Lebenshaltung geschuldet. Sie ist keine, die in Defiziten denkt, das Glas ist halb voll und nicht umgekehrt. Dass sie seit einigen Jahren, abgesehen vom ESC, keine Fernsehpräsenz mehr hat, stört sie nicht. «So habe ich mehr Zeit für anderes, etwa das Theater.» fort – bis das Schweizer Fernsehen sich meldete und sie schon bald eine Primetime-Sendung moderierte. Zu der Zeit habe es im Fernsehen an weiblichen Moderatorinnen gemangelt, das sei wohl ihr Glück gewesen. «Ich kam da ganz unverkrampft rein und machte kreuz und quer alles Mögliche. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass heute vieles von dem, was ich machte, nicht mehr auffindbar ist.» Hochkultur erfahrbar machen Bereits in jungen Jahren erlangte sie einen hohen Bekanntheitsgrad. Dafür sei sie dankbar, andererseits störte es sie zunehmend, dass sie als «Unter- haltungstante» wahrgenommen wur- de. Mit dem Graben zwischen «u» und «e», zwischen Unterhaltung und ernsthafter Kultur bekundete sie ihre Mühe. Sie wollte die «Hochkultur» – Musik, Theater, Tanz – unter die Leute Testen Sie unverbindlich und kostenlos die neuesten Hörgerätemodelle. Hörzentrum Schweiz – Ihrem Gehör zuliebe. Gutschein Hörtest und Beratung, Probetragen, Optimierung jedes Hörgerätes Maihofstrasse 95 A, 6006 Luzern, T 041 420 71 91, hzs.ch
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx