KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 1/2026

Lesenswertes aus dem KIS Vorstand, unseren Arbeitsgruppen und dem Rest der Welt Pinnwand Studie Versorgung ukrainischer Flüchtlingskinder in der Praxis: Umsetzung nationaler Empfehlungen Wie gut werden die nationalen Empfehlungen zur medizinischen Betreuung ukrainischer Flüchtlingskinder in der Schweiz in der pädiatrischen Grundversorgung umgesetzt? Dieser Frage ging eine aktuelle Studie unter Leitung unseres Mitglieds Fabienne Jäger mit der Referenzgruppe Migration von pädiatrie schweiz nach. In einer Umfrage unter Kinder- und Jugendärzt:innen zeigte sich: Die meisten Praxen betreuen ukrainische Kinder regelmässig und sind mit den Empfehlungen vertraut. Sehr häufig erfolgen Akutbehandlungen sowie Impf-Checks. Weniger konsequent wurden die Empfehlungen betreffend Eintrittsuntersuchungen und die systematische Abklärung psychosozialer bzw. psychischer Belastungen umgesetzt. Auf die präventive Beratung wurde öfter verzichtet. Als grösste Herausforderungen nannten die Befragten insbesondere die Sprachbarriere, den Zeitmangel, unterschiedliche Vorstellungen zur Gesundheit und Gesundheitsversorgung, die Organisation von mentaler Gesundheitsversorgung und das Verweigern von Impfungen. Die Studie wurde im Januar 2026 im Journal Frontiers in Public Health veröffentlicht und von Kinderärzte Schweiz zusammen mit pädiatrie schweiz finanziell gefördert. Der Artikel ist open access verfügbar und kann hier heruntergeladen werden: frontiersin.org/journals/ public-health/articles/10.3389/fpubh.2025.1666753 (Text: KIS-DFB/Illustrationen: Frontiers in Public Health/Wikimedia Commons) U.S. National Pediatric Hypnosis Training Institute NPHTI: Online-Meeting 29. April und Workshop 15.–17. Oktober 2026 Beim Mid-Year Online Meetup Pädiatrische Hypnose vom 29. April 2026 steht das Thema Storytelling in der Hypnose im Fokus. Gastreferentin ist Dr. Maren O. Lindheim, klinische Psychologin am Universitätsklinikum Oslo und international ausgewiesene Expertin für narrative und ressourcenorientierte Ansätze in der Arbeit mit schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen. Die vierstündige Fortbildung kombiniert Theorie und praktische Übungen in Kleingruppen und eröffnet neue Perspektiven für die hypnotherapeutische Arbeit im pädiatrischen Kontext. Mehr Informationen und Anmeldung auf der NPHTI Website: nphti.org SAVE THE DATES: NPHTI Jahres-Workshops 2026 • St. Charles (bei Chicago) • 15.–17. Oktober 2026 • The Q Center im Fox River Valley • Workshops mit internationalen Expert:innen, Levels abgestimmt auf Kenntnisse, inklusive CEUs (Text/Logo: U.S. National Pediatric Hypnosis Training Institute NPHTI/KIS-DFB) Choosing Wisely: Top-5-Liste Kinderchirurgie Die Top-5-Liste der Schweizerischen Gesellschaft für Kinderchirurgie bietet nicht nur praxisnahe Empfehlungen für Kinderchirurg:innen, sondern stellt auch ein wertvolles Instrument für alle Kinderärzt:innen dar. Drei der fünf Empfehlungen betreffen häufige Vorstellungsgründe in der pädiatrischen Praxis – Phimose, Nabelhernie und Poplitealzyste. Gerade diese führen oft zu Überweisungen in die Kinderchirurgie, obwohl dies nicht in allen Fällen notwendig ist. Da die Empfehlungen zusätzlich in verständlicher Laiensprache formuliert sind, eignen sie sich zur direkten Aufklärung von Eltern und Patient:innen. Sie helfen aufzuzeigen, weshalb in bestimmten Situationen bewusst keine Zuweisung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten erfolgt. Die beiden weiteren Empfehlungen – Klavikulafrakturen im Kindes- und Adoleszentenalter sowie der Einsatz eines Ganzkörper-CTs bei Kindern mit Hochenergietrauma – richten sich primär an Kolleginnen und Kollegen in Spitälern. smartermedicine.ch/de/ top-5-listen/kinderchirurgie (Text: Schweizerische Gesellschaft für Kinderchirurgie, PD Dr. med. Luca Mazzone / Logo: smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland) Die Referenzgruppe Migrationsgesundheit von pädiatrie schweiz sucht ein bis zwei engagierte Praxispädiater:innen als neue Mitglieder. Damit sollen die Perspektive und die Erfahrungen der Grundversorgung, insbesondere in der Betreuung von Asylsuchenden und Migrant:innen, in der Gruppe weiterhin gut vertreten sein. Da Mitglieder aus verschiedenen Landesteilen mitwirken, sind Kenntnisse in Englisch und/oder Französisch wichtig. Der zeitliche Aufwand ist überschaubar, die Mitarbeit jedoch sehr bereichernd. Kontakt: fabienne.jaeger@hin.ch Präventionsposter «Bildschirmfrei bis 3» Um Eltern frühzeitig über die Risiken der digitalen Mediennutzung in den ersten Lebensjahren zu informieren, haben die Heilpädagoginnen Katarzyna Said und Tanja Contreras das Cartoon-Poster «Bildschirmfrei bis 3» entwickelt. Es wirkt freundlich und betont die Bedeutung von Interaktion, Blickkontakt und Beziehung für eine gesunde Entwicklung. Mittels eines QR-Codes werden weitere Informationen bereitgestellt. Die Autorinnen sind mit einem breiten interdisziplinären Netzwerk aus Pädiater:innen, Logopäd:innen, Kinderpsychiater:innen, Schulpsycholog:innen, Gynäkolog:innen, Kitas, Kindergärten sowie Fachstellen vernetzt und arbeiten mit der gleichnamigen deutschen Initiative zusammen. Ein Poster allein genügt nicht, um Eltern zu erreichen; es braucht sensibilisierte Fachpersonen, die das Thema proaktiv ansprechen: Kinderärztliche und gynäkologische Praxen spielen bei der Verbreitung des Posters eine Schlüsselrolle, da sie nahezu alle Familien erreichen. Die frühzeitige Sensibilisierung der Eltern durch Fachpersonen ist dringend nötig. Das Poster kann über diesen QR-Code von der KIS-Webseite im Format A3 heruntergeladen werden. (Text/Illustration: Katarzyna Said und Tanja Contreras/KIS-DFB)

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