KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 1/2026

01 / 2026 DIE MPA SEITE KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 15 Mein erstes, aber sicher nicht letztes Mal am SVA Davoser Kongress für MPAs Seit mehreren Jahren hat mein Chef Raffael Guggenheim mich immer wieder auf den Davoser Kongress aufmerksam gemacht, dieses Jahr habe ich endlich teilgenommen. Die grösste Motivation war natürlich, dass das Thema im Jahr 2025 «Pädiatrie» war und ich mit grosser Vorfreude, aber ohne grosse Erwartungen an den Kongress ging. Schon bei der Anmeldung Wochen vorab habe ich gestaunt, wie viele Referate/Workshops ausgeschrieben waren, und die Entscheidung, wo ich teilnehmen soll, fiel mir sehr schwer. SARAH SCHAMAUN MEDIZINISCHE PRAXISASSISTENTIN UND DOULA, KINDERARZTPRAXIS FRIESENBERG, ZÜRICH Korrespondenzadresse: kinderarztpraxis.friesenberg@ hin.ch deckung. Was für ein grossartiges Angebot dieser Stiftung – sogar Hausbesuche können organisiert werden. Alle Teilnehmenden haben auch tolle Produkte sowie Schminktipps für Krebspatient:innen bekommen. Ebenso in bester Erinnerung blieb mir der Workshop «Wie trauern Kinder und Jugendliche?» von Anita Finger (wietrauern.ch). Dies war für mich besonders von privatem Interesse, da meine Kinder die letzten Jahre immer wieder mit dem Tod konfrontiert wurden und der Verarbeitungsprozess meiner zwei Jungs nicht unterschiedlicher sein könnte. Die Referentin hat praktische Beispiele genannt, Rituale gezeigt und vor allem vermittelt, dass jegliche Art von Trauer okay ist. Der dritte Vortrag, welcher für mich als Doula von besonderem Interesse war, war der von Roger Mäder, FASD Schweiz (fasd-schweiz.ch) über die immer noch sehr unbekannte und auch tabuisierte Krankheit FASD. FASD steht für «Fetal Alcohol Spectrum Disorders» (Fetale Alkoholspektrumstörungen). Es betrifft Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Alkohol trinken. Diese Krankheit ist absolut verhinderbar und müsste überhaupt nicht sein. Auch ist sie nicht heilbar und wird sehr oft mit ADHS verwechselt. Diese Fortbildung war für mich ungemein bereichernd. Am Abend nahm ich dann am Dinner der SVA teil: sehr feines Essen, ein lustiges Programm mit Comedian und anschliessend ein Tänzchen und «Schlumi» an der Bar. Die Stimmung war sehr gut, neue Bekanntschaften konnten geschlossen werden und viele werde ich sicher nächstes Jahr wiedersehen. Am Sonntagmorgen gab es noch ein paar letzte Referate, unter denen ich besonders das Abschlussreferat von Dr. med. Ruedi Grüring aus Interlaken erwähnen möchte. Dr. Grüring hat über seine Zeit als Kinderarzt erzählt – auf eine so witzige und erfrischende Art, dass er trotz Müdigkeit meine volle Aufmerksamkeit hatte, und ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte. Als Fazit kann ich nur sagen: supergute, interessante Fortbildung, profitiert als MPA, als Mutter und als Doula. Für mich ist klar: Nächstes Jahr werde ich wieder in Davos sein – «Da vos schön ist …» ■ P.S. Vielleicht ist Ihnen der Begriff Doula nicht geläufig. In einer früheren Ausgabe der «KIS NEWS» (Nr. 3/2019, S. 14) habe ich über meinen zweiten Beruf und die Rolle einer Doula berichtet: epaper.vsdruck.ch/kinderaerzteschweiz/kis201903/14/ Fotos: SVA / Joana Ulmer Das Check-in am Freitag verlief reibungslos. Ich besuchte die ersten Industriestände und liess mir gleich einen Glucosesensor am Oberarm montieren. Nach der offiziellen Begrüssung ging es dann schon los mit den ersten Referaten und Workshops. Der Nachmittag verging im Nu, die Zeiten zwischen den Vorträgen konnten genutzt werden für weitere Besuche in der Industrieausstellung. Viele wertvolle Informationen, brauchbare Muster, grosszügige Gadgets, Verpflegung, Wettbewerbe und Networking, alles war vorhanden. Unsere Praxis bekam ab dem 1. Januar 2026 ein neues Zeiterfassungssystem; dieses wurde an einem Stand vorgestellt. Am Freitagabend genoss ich ein tolles Essen im Waldhotel, eingeladen von unserem Labor LG1. Viele Mitarbeitende kannte ich bis anhin bloss vom Telefon; die Gesichter nun dazu zu bekommen, war sehr schön und das Essen bündnerisch und sehr gut. Der zweite Tag war gefüllt mit vielen weiteren Referaten und Workshops. Ich fand es vor allem sehr vielseitig, konnte praktisch aus jeden 40 Minuten etwas Sinnvolles mitnehmen. Vieles an Fachwissen war mir schon bekannt, ein Refresher ist aber immer gut. Es gab aber auch viele neue Informationen, in besonderer Erinnerung blieben mir drei Workshops bzw. Referate: Ein Workshop war von «Look Good Feel Better» (lgfb.ch). Diese Stiftung bietet kostenlose Workshops für krebskranke Menschen an. Neben dem Gefühl, «nicht alleine zu sein» zu vermitteln, bot der Workshop auch praktische Tipps zur Hautpflege, Make-up und Kopfbe-

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