KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2025

04 / 2025 BERUFSPOLITIK KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 9 INTERVIEWER:INNEN MITGLIEDER DER REDAKTIONSKOMMISSION SOWIE VORSTAND KIS Korrespondenzadresse: daniel.brandl@kis.ch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ist seit Anfang 2024 Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern und damit auch für die Gesundheitspolitik in der Schweiz verantwortlich. In dieser Rolle trägt sie eine zentrale Verantwortung für Themen, die die Kinder- und Jugendmedizin unmittelbar betreffen – von der Grundversorgung bis hin zu Fragen der Prävention. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider Interview Meine Söhne wurden von Geburt an und bis zum Ende der Schulzeit von einem überaus freundlichen Kinderarzt betreut. Er hat es verstanden, die Fähigkeiten der Kinder auf feinfühlige Art zu würdigen und so ihr Vertrauen in sich selbst zu stärken. Als Gesundheitsministerin habe ich natürlich ein offenes Ohr für die Vertreter:innen der Pädiatrie. Ich treffe sie ja nicht nur in Bern. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel am Westschweizer Treffen von mfe, der Familien und Kinderärztinnen und -ärzte, teilgenommen und im August besuchte ich das Universitäts-Kinderspital beider Basel. Die Leitung und das Personal des Spitals – Ärzt:innen sowie Pflegefachpersonen – erklärten mir, vor welchen Herausforderungen sie stehen, um Kinder und Jugendliche medizinisch auf höchstem Niveau und unter Einbezug der Eltern zu versorgen. Sie sprachen mit mir auch über ihre Motivation und die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit. Ich bin mir der Besonderheiten, die der Beruf der Kinderärztin, des Kinderarztes mit sich bringt, sehr bewusst. Und es ist mir völlig klar, dass Kinder nicht einfach als kleine Erwachsene behandelt werden können. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Kinderärzte Schweiz haben wir die Gelegenheit genutzt, der Gesundheitsministerin unsere wichtigsten Fragen vorzulegen. Diese wurden von Mitgliedern der Redaktionskommission sowie des Vorstands gesammelt. Elisabeth Baume-Schneider hat unsere Fragen schriftlich beantwortet; wir danken ihr für die Offenheit und die investierte Zeit. Im Interview gibt die Bundesrätin Einblick in persönliche Kindheitserinnerungen, ihre Sicht auf die Rolle der Kinderärzt:innen sowie in aktuelle gesundheitspolitische Herausforderungen und Lösungsansätze. Erinnern Sie sich an ein positives Erlebnis aus Ihrer Kinderarztpraxis als Kind? Am stärksten in Erinnerung geblieben ist mir eine Blinddarmoperation. Ich muss vier oder fünf Jahre alt gewesen sein, und ich erinnere mich, dass ich den Eingriff als riesige Erleichterung empfunden habe. Vor der Operation hatte ich starke Schmerzen und danach waren sie einfach weg. Hatten Sie als Kind die Möglichkeit, «Kind zu sein» – und wie hat Ihr Kind-Sein Ihren Lebensweg beeinflusst? Ich hatte eine schöne Kindheit. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, den meine Eltern führten. Es wurde erwartet, dass ich mithalf, in einer von Respekt geprägten Beziehung. Ich habe auch viel mit den Kindern vom Nachbarhof gespielt. Das Vertrauen, das mir als Kind entgegengebracht wurde, hat mich sicher auch als Erwachsene geprägt. Hat sich Ihr Bild von Kinderärzt:innen im Laufe der Jahre von der eigenen Kindheit, als Mutter und in Ihrer politischen Entwicklung geändert? Fotos: Eidgenössisches Departement des Innern EDI Die Probleme bei der Grundversorgung sind bekannt. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit einer breiten Allianz Ende letzten Jahres die Agenda Grundversorgung ins Leben gerufen.

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