KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2025

04 / 2025 JAHRESTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 43 REFERENT: PROF. DR. MED. CHRISTOPH BERGER Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie Infektiologie, Chefarzt für Infektiologie und Spitalhygiene, Stv. Direktor Medizinische Klinik, UniversitätsKinderspital Zürich (Eleonoren-Stiftung) MODERATION/AUTORIN: KATJA JÄKLE dipl. med. Praxisleiterin, Ärzte im Zentrum, Weinfelden Korrespondenzadresse: katja.jaekle@aiz.ch Inputreferat MPAs: Impfen 2 Kinder impfen: Beraten, planen, überprüfen, nachholen, um gefährliche Krankheiten zu verhindern Eine frühzeitige und umfassende Impfung bleibt der beste Schutz gegen vermeidbare Erkrankungen. Es gibt zahlreiche Gelegenheiten und Kombinationen von Terminen, um diese zu verabreichen. Diese Massnahmen sollen dazu beitragen, Krankenhausaufenthalte und Komplikationen zu reduzieren und die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Die Empfehlungen betonen die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Durchführung und der Dauer des Abstandes der Impfungen (beim Nachholen «Magische Formel» 2+1 Dosen: 0, 2, 8 Monate), um die Entwicklung von Immunität zu optimieren. Zusätzliche Impfungen für bestimmte Risikopersonen, insbesondere bei immunkompromittierten Kindern und bei Kontaktpersonen von Säuglingen, sind ebenfalls sehr wichtig. ■ Im Rahmen des Schweizer Impfplans wurden bedeutende Neuerungen vorgestellt, die sowohl Kinder als auch Jugendliche betreffen. Ein zentrales Element ist die Einführung von RSV-Impfungen für Säuglinge, die seit Herbst 2024 durch den Antikörper Nirsevimab (Beyfortus®) besser geschützt werden sollen. Alternativ ist auch die Impfung in der Schwangerschaft möglich. Diese Immunisierungen und Impfungen werden als Prävention gegen das Respiratorische Synzytialvirus empfohlen, das bei Säuglingen zu schweren Atemwegserkrankungen führen kann. Die jüngsten Studien belegen die Wirksamkeit der neuen Impfstoffe bezüglich der Reduktion von Spitalaufenthalten und schweren Krankheitsverläufen. Aufgrund der Vielzahl der neuen Empfehlungen wird empfohlen, den Impfstatus regelmässig zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen, besonders im Hinblick auf die kommenden Schuljahre. Inputreferat MPAs: Ernährung Von der Milch an den Familientisch – Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen REFERENTIN: CHRISTA WEBER BSC BFH Ernährungsberaterin (SVDE), selbstständige, ambulante Ernährungsberaterin, Ernährungstherapie Basel MODERATION/AUTORIN: BRIGITTE LAURI Medizinische Praxisassistentin, Kinder- und Jugendmedizin Köniz Korrespondenzadresse: b.lauri@bluewin.ch Druck und kein Zwang beim Füttern – das kann Essstörungen fördern. Ob Brei oder «Baby Led Weaning»: Alles ist erlaubt, wenn die Signale des Kindes beachtet werden. Essen ist ein Lernprozess, der Zeit braucht. Vorbilder sind wichtig – gemeinsame Mahlzeiten helfen, das Kind ins Familienleben einzubinden. Essen mit allen Sinnen soll erlaubt sein – auch wenn’s mal kleckert. Und wenn’s nicht klappt? Ruhe bewahren, beobachten, ggf. Fachpersonen beiziehen. Essen soll Freude machen, nie Stress sein. ■ Einführung der Lebensmittel beim Säugling Ein guter Start ins Leben – Die Bedeutung der Ernährung in den ersten Lebensjahren Die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend für die spätere Gesundheit eines Menschen. Bereits im Mutterleib werden wichtige Grundlagen gelegt – viele Krankheiten haben ihre Prägung in der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist eine kompetente Begleitung werdender Mütter. Während der Schwangerschaft steigt der Energiebedarf leicht, der Bedarf an Mikronährstoffen hingegen deutlich. Eine normale Ernährung reicht dafür nicht aus – Supplemente wie Folsäure, Vitamin D oder B12 (je nach Ernährungsweise) sind essenziell. Auch die Lebensmittelsicherheit spielt eine grosse Rolle. Die Broschüre des BLV sowie die Ernährungsberatung können hilfreiche Informationen vermitteln. Nach der Geburt ist Muttermilch die beste Ernährung für das Kind. Vitamin D sollte supplementiert werden, zusätzliche Flüssigkeit hingegen ist nicht nötig. Spannend: Muttermilch übernimmt den Geschmack der Nahrung der Mutter – das kann die spätere Akzeptanz von Beikost fördern. Ist Stillen nicht möglich, eignet sich eine Anfangsmilch. Folgemilch ist für gesunde Säuglinge nicht notwendig – anders als häufig suggeriert. Beikost sollte zwischen der 17. und 26. Lebenswoche eingeführt werden – Interesse und ausreichende Reife des Kindes bestimmen den genauen Zeitpunkt. Kein © Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE, Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie SGP, 2018 Broschüre BLV «Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern»

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