KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2025

04 / 2025 JAHRESTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 37 Teamworkshop Ärzt:innen und MPAs: Nachhaltigkeit 27 Klima-Gesundheit für die kinderärztliche Praxis – Vom Wissen zum Handeln REFERIERENDE: DR. MED. EVA HUGENTOBLER Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit KIS, Gruppenpraxis Boll DR. MED. CHRISTOF WETTACH Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Leiter Ausschuss Kindergesundheit und Klimawandel BVKJ, Arbeitsgruppe Pädiatrie Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit KLUG, Praxis für Kinder und Jugendliche, Lahr (D) MODERATION/AUTOR: DR. MED. PATRICK HETZEL Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Leiter KIS Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, Kinderärzte Niederholz, Riehen Korrespondenzadresse: patrick.hetzel@ik.me praxisnah das Konzept der klimasensiblen Gesundheitsberatung (KSGB) vor. Anhand praktischer Beispiele wurde gezeigt, wie klimarelevante Themen im Gespräch mit Familien aufgegriffen und präventive gesundheitliche Empfehlungen vermittelt werden können, die sowohl der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen als auch der Umwelt zugute kommen. Diese Co-Benefits ergeben sich z.B. bei den Themen Ernährung und Bewegung. Die Teilnahme der MPAs an diesem WS war sehr bereichernd, und es konnten viele Anregungen und Info-Quellen mit in die tägliche Praxis genommen werden. ■ Klimakrise und Umweltverschmutzung sind die grössten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts und beeinträchtigen schon heute die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die KIS AG Nachhaltigkeit organisierte diesen Workshop gemeinsam für Praxispädiater:innen und Medizinische Praxisassistent:innen, um zu zeigen, wie Klimaschutz und Klimaanpassung in unseren Praxisalltag integriert werden können. Im ersten Teil berichtete Christof Wettach in einem umfassenden und sehr anschaulichen Referat über die vielfältigen Möglichkeiten, Klima- und Umweltschutz in unsere «grüne Praxis» zu integrieren. Interaktiv erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Massnahmen, um die eigene Praxis umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten – vom umweltbewussten Rezeptieren über Abfallreduktion bis hin zur nachhaltigen Materialbeschaffung. Im zweiten Teil stellte Eva Hugentobler (AG Nachhaltigkeit KIS) sehr REFERENTEN: PROF. EM. DR. MED. JÜRG HAMMER Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Intensivmedizin, Konsiliararzt für pädiatrische Pneumologie und Intensivmedizin, UniversitätsKinderspital beider Basel und Kinderspital Aarau KOMLEN BJEKOVIĆ Instruktor Reanimationskurse, Pflegeexperte für Anästhesiologie, Universitäts-Kinderspital beider Basel REFERENTIN/AUTORIN: DR. MED. EVA-MARIA JORDI RITZ Fachärztin für Anästhesiologie, Simulationsinstruktorin TüPass, Pädsim, MME Universität Bern, Stv. Chefärztin für Anästhesiologie, Universitäts-Kinderspital beider Basel Korrespondenzadresse: eva-maria.jordiritz@ukbb.ch Teamworkshop Ärzt:innen und MPAs: Reanimation 20 Der Kindernotfall in eurer Praxis: effektive Behandlungsstrategien für das ganze Team Medikamente – Adrenalin: Dosierung 10 µg/kg. Bei Anaphylaxie i.m. (EpiPen Junior/Adult je nach Gewicht), während Reanimation i.v.- oder i.o. Die Faustregel ist simpel: ■ Kreislauf vorhanden? ➝ intramuskulär. ■ Kein Kreislauf? ➝ intravenös oder intraossär. Adrenalin führt zu den häufigsten relevanten Fehldosierungen, deshalb verfasst Merkhilfen für die korrekte Verabreichung in der Praxis Paediatric Basic Life Support: Intensives Training von Atemwegsöffnung, Kompressionen: Ventilationen im Verhältnis 15:2 – mit Fokus auf Rhythmus, Ausdauer und Teamwork. Das Outcome hängt entscheidend davon ab, wie schnell mit den lebensrettenden Massnahmen begonnen wird. Fazit: Theorie und Praxis greifen ineinander. Alle sollten Hemmungen verlieren, das ABC anzuwenden, den Esmarch-Handgriff sicher beherrschen, 15:2 trainieren und «wenn nötig bohren» im Kopf verankern. Reanimation lebt vom sofortigen Beginn – jede Sekunde zählt. Nachbesprechungen im Team bleiben unverzichtbar. ■ Bei einem der schwierigsten Themen überhaupt – der Reanimation eines Kindes – sträuben sich einem die Haare. Hier geht es um Situationen, die uns emotional fordern und in denen es zugleich von entscheidender Bedeutung ist, einen klaren Kopf zu bewahren und die richtigen Schritte ohne Verzögerung einzuleiten. Der Workshop thematisierte zuerst die theoretischen Grundlagen des Paediatric Basic Life Support: A – Atemweg öffnen (mittels Esmarch-Handgriff), B – Beatmung (5 effektive Beatmungsstösse mit Ambu- Beutel oder Mund-zu-Nase-Beatmung), C – Circulation (Thoraxkompressionen, 120/min, Rhythmus 15:2). Entscheidend: frühzeitig beginnen! Danach wurde in Kleingruppen an drei Stationen trainiert: Zugänge & Sepsismanagement: Erkennen der Notwendigkeit eines intraossären Zugangs, für Volumentherapie mit Ringeracetat (10 ml/kg) und frühe Antibiotikagabe (Ceftriaxon 100 mg/kg). Jeder Rettungstransport in der Schweiz verfügt über einen i.o.-Bohrer!

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