JAHRESTAGUNG 04 / 2025 KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 32 TEILNEHMENDE: NATIONALRÄTIN BARBARA GYSI Präsidentin Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N), Wil SALOMÉ VON GREYERZ Leiterin Abteilung Gesundheitsversorgung und Berufe, Bundesamt für Gesundheit, Bern SASKIA SCHENKER Direktorin prio.swiss, Verband Schweizer Krankenversicherer, Bern DR. MED. STEFAN ROTH Vorstandsmitglied mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz & Kinderärzte Schweiz, Liebefeld MODERATION: MICHAEL HERRMANN Inhaber und Geschäftsführer, PrivatePublicConsulting GmbH, Ostermundigen AUTOR: DR. MED. STEFAN ROTH Vorstandsmitglied mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz & Kinderärzte Schweiz, Liebefeld Korrespondenzadresse: stefan.d.roth@bluewin.ch Podiumsdiskussion für Ärzt:innen und interessierte MPAs: Berufspolitik – Round Table Zukunft Eine starke Praxispädiatrie, auch morgen?! fung, und der neue Wille zur Zusammenarbeit zwischen Politik, Behörden, Verbänden und Praxis gilt als entscheidende Chance für die Zukunft der Grundversorgung in der Schweiz. Hauptthemen ■ Fachkräftemangel, an vielen Fronten wird gehandelt, aber die Massnahmen greifen weiterhin zu langsam. ■ Intensivierung der Massnahmen ist dringend wichtig. ■ Finanzierung der Grundversorgung muss besser werden. ■ Grosse und aktuell weiterhin zunehmende Auslandabhängigkeit. ■ Die Versorgungssicherheit wird zentraler werden als die Kostenentwicklung. ■ Eine nützliche und effiziente Digitalisierung ist dringend nötig. Diskussion B. Gysi betont, dass der Support aus der Politik gross ist, genügende Ausbildungsplätze müssen geschaffen werden, die Attraktivität der Grundversorgung muss besser werden, finanziell und strukturell. Interprofessionelle Arbeit muss gefördert und effizient umgesetzt werden. Herausforderung ist auch die lange Aus- und Weiterbildungszeit. Die Schweiz muss zudem ihre Auslandabhängigkeit reduzieren. S. Schenker betont das neue Selbstverständnis von prio. swiss als Partner im Tarifwesen. Sie will den Blick nach vorne wenden und Lösungen erarbeiten. Der neue Tarif wird aber Anpassungen brauchen, dafür sind Daten und Zusammenarbeit wichtig, die Kinder- und Jugendmedizin wird hier ein Schwerpunktthema sein. S. von Greyerz betont aus Sicht des BAG die Wichtigkeit der Massnahmen, auch sie sieht den Fachkräftemangel als zentrales Problem. Die Studienplätze konnten schon erhöht werden, damit ist aber erst ein erster Schritt gemacht. Auch sie betont die Notwendigkeit einer guten interprofessionellen Zusammenarbeit, hier sollen mit der Agenda Grundversorgung Weichen gestellt werden. Die Modelle müssen aber auch praxistauglich und umsetzbar sein. Ein grosses Hindernis ist aber auch, dass das KVG hier kaum Finanzierungen vorsieht. An der KIS-Jahrestagung vom 5. September 2025 stand die berufspolitische Zukunft der Grundversorgung im Zentrum einer engagierten Podiumsdiskussion mit Barbara Gysi (Nationalrätin, Präsidentin SGK-N), Salomé von Greyerz (Leiterin Abteilung Gesundheitsversorgung und Berufe, BAG), Saskia Schenker (Direktorin prio. swiss) und Stefan Roth (Vorstand mfe & KIS) unter der Moderation von Michael Herrmann. Rasch zeigte sich: Der Fachkräftemangel bleibt die grösste Herausforderung – trotz zahlreicher Initiativen greifen die bisherigen Massnahmen zu langsam. Einigkeit bestand darüber, dass Ausbildung und insbesondere die Weiterbildung gezielt gestärkt, mehr Studienplätze geschaffen und die Attraktivität der Grundversorgung deutlich verbessert werden müssen – sowohl finanziell als auch strukturell. Breit betont wurde der breite politische Rückhalt, vor allem auch mit dem Ziel, dass die Schweiz ihre Auslandabhängigkeit verringern müsse und die interprofessionelle Zusammenarbeit effizient umgesetzt werden sollte. Aus Sicht des BAG soll die Agenda Grundversorgung wichtige Weichen stellen, diese können jedoch ohne tragfähige Finanzierungsmodelle kaum Wirkung entfalten. Saskia Schenker stellte die neue Rolle von prio.swiss als lösungsorientierten Partner im Tarifwesen vor und unterstützt eine Korrektur zugunsten der Grundversorgung, insbesondere in der Kinder- und Jugendmedizin. Für uns besonders wichtig sind die medizinischen Praxisassistent:innen, die bereits heute zentrale Koordinationsarbeit leisten, deren Leistungen aber kaum honoriert werden. In einer effizienten interdisziplinären Zusammenarbeit – so waren sich alle einig – liegt ebenso wie in der Digitalisierung ein grosses Potenzial: Wenn digitale Lösungen tatsächlich Nutzen und Effizienz bringen, können sie Prozesse vereinfachen und die interdisziplinäre Arbeit stärken. Insgesamt überwog trotz der Herausforderungen ein optimistischer Grundton: Die Versorgungssicherheit müsse künftig höher gewichtet werden als reine Kostendämp-
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