KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2025

04 / 2025 JAHRESTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 31 REFERENTIN: DR. MED. AGNES SCHWIEGER-BRIEL Doppelfachärztin für Kinderheilkunde und Dermatologie, OAe mfB Zentrum Kinderhaut, Dermatologie, Universitäts-Kinderspital Zürich MODERATION/AUTORIN: MED. PRACT. MARLEEN GROSHEINTZ Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Praxispädiaterin in Landquart Korrespondenzadresse: marleen.grosheintz@hin.ch Satellitensymposium für Ärzt:innen und MPAs: Dermatologie Wenn die topische Therapie nicht mehr reicht: Systemtherapien in der pädiatrischen Dermatologie Dass Psoriasis sich oft um den Nabel herum manifestiert, wird wohl allen, die anwesend waren, in Erinnerung bleiben. Wir danken den Sponsoren Pfizer und Sanofi Regeneron herzlich für ihre grosszügige Unterstützung dieses Symposiums. ■ In der pädiatrischen Dermatologie zeigt sich immer wieder, dass eine ausschliesslich topische Therapie bei bestimmten Hauterkrankungen im Verlauf an ihre Grenzen stösst. In solchen Fällen wird es notwendig, die betroffenen Kinder einer fachärztlichen Weiterbehandlung zuzuführen. Im Rahmen des Symposiums wurden verschiedene dermatologische Krankheitsbilder vorgestellt, bei denen eine Systemtherapie indiziert war. Frau Dr. med. Agnes Schwieger beleuchtete dabei nicht nur die Kriterien, die für den Einsatz systemischer Therapien sprachen, sondern auch die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Optionen. Zudem wurden die jeweiligen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Therapieansätze ausführlich diskutiert. Für uns Praxispädiater:innen sehr wertvoll waren die vielen Bilder, die das Resultat der Therapie zeigten, wie auch die praktischen Hinweise auf die Differentialdiagnose. Satellitensymposium für Ärzt:innen und MPAs: Impfen RSV-Immunisierung und Pneumokokkenimpfung 2025/2026 REFERENT: PROF. DR. MED. CHRISTOPH AEBI Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie Infektiologie, Chefarzt Kinderklinik, Inselspital Bern AUTORIN: STEFANIE NIEDERER MPA, Kinderarztpraxis am Bahnhof, Luzern Korrespondenzadresse: ambahnhof@hin.ch erkrankten, zwischen dem 1. April und dem 30. September 2025 geborenen Kinder erhalten eine Nachholimpfung in der Praxis. Jeder Säugling ohne Risikofaktoren hat Anrecht auf eine kassenzulässige Dosis. Kinder im Alter von <24 Monaten mit schweren Vorerkrankungen haben Anrecht auf eine 2. Impfdosis vor bzw. während ihrer 2. RSV-Saison. Pneumokokken PCV13, PCV15 oder doch PCV20? Die beiden erstgenannten werden im Schema 2 + 1 (2/4/12 Monate) verabreicht, die seit Juli 2025 zugelassene PCV20 dagegen im Schema 3 + 1 (eine zusätzliche Impfung mit 6 Monaten). Je mehr Serotypen die Impfung beinhaltet, desto geringer ist der Schutz gegen die jeweiligen Typen. Es ist deshalb unklar, ob ein genügender Schutz mittels der PCV20 im Alter von 6–13 Monaten erreicht wird. Für 5–17 Jahre alte Risikopatient:innen ist ab dem Alter von 5 Jahren eine zusätzliche Dosis PCV15 oder PCV20 empfohlen, mit dem Ziel einer erweiterten Sereotypenabdeckung, was nicht einer Auffrischung gleichkommt. Die Kostenübernahme der PCV20 bei 0- bis 4-Jährigen ist ausstehend. Wir möchten uns herzlich bei den Sponsoren Sanofi und Pfizer für ihre grosszügige Unterstützung dieses Symposiums bedanken. ■ Ein kurzer Rückblick auf den letzten Winter zeigt es deutlich: Die Zahl der Hospitalisierungen bei Kindern zwischen 0 und 6 Monaten war massiv tiefer als in den vorangegangenen Wintern. Bei den älteren, ungeimpften Kindern dagegen konnte keine Veränderung beobachtet werden, was die positive Wirkung des Impfstoffes aufzeigt. In der vergangenen Saison gab es praktisch keine Säuglinge mehr auf der Intensivstation. Praktisch, weil gewisse sogenannte «Impfversagen» nicht gänzlich verhindert werden konnten. Was bleibt, was ist neu im Hinblick auf die RSV-Saison 2025/2026? Als Option A bleibt die passive Immunisierung des Säuglings, als Option B bietet sich neu die aktive Immunisierung der Schwangeren an (nur Abrysvo® zugelassen). Wichtig zu wissen: Option A und B gelten als gleichwertige Alternativen! Die Impfung muss der werdenden Mutter mindestens zwei Wochen, besser ≥ 5 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin verabreicht werden. Wiederholte mütterliche Impfungen in nachfolgenden Schwangerschaften werden nicht empfohlen. Die zwischen Oktober 2025 und März 2026 geborenen Säuglinge erhalten möglichst in den ersten Lebenstagen die Impfung, sofern die Mutter keine erhalten hat. Doppelimpfungen sind nicht indiziert. Kinder, welche ein RS-Virus durchgemacht haben, werden ebenfalls nicht passiv immunisiert, da das Risiko eines schweren Verlaufs in derselben RSV-Saison minimal ist. Die nicht

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