KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2025

04 / 2025 JAHRESTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 27 REFERENT: DR. MED. DAMIAN GSCHWEND Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Oberarzt für Kinder- und Jugendorthopädie, Schulthess Klinik Zürich, zukünftig Kantonsspital Graubünden, Chur MODERATION/AUTORIN: DR. MED. M. SC. URSULA LAASNER Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, FA für Hüftsonografie und pädiatrische Sonografie und medizinische Hypnose, Kinderpraxis Neuhegi, Winterthur Korrespondenzadresse: ursula.laasner@hin.ch Workshop Ärzt:innen: Masterclass Orthopädie 2 8B «Hip(ster)-Probleme» Morbus van Neck ■ Aseptische Knochennekrose an der Synchondrosis ischiopubica ■ Druckdolenz im Bereich Tuber ischiadicum ■ Bei Bedarf NSAR ■ Durchschnittlich nach 8 Wochen spontane Regredienz Apophysitis Spina iliaca anterior inferior ■ Schmerz schleichend, typisch beim Fussball, kein plötzliches Ereignis ■ Braucht kein Röntgenbild ■ Schmerz Spina iliaca anterior inferior, verkürzter M. rectus femoris/quadriceps ■ Therapie: NSAR, Dehnen, Sportpause für 2–3 Wochen, schrittweise Trainingsaufnahme Ausriss der Spina iliaca anterior inferior ■ Plötzliches Ereignis, teils «Knall», typisch beim Kicken des Fussballs ■ Braucht Rx (oder US) ■ Therapie: 6 Wochen Stockentlastung, Fussball 3 Monate pausieren (Cave sekundäre Dislokation kann zu Subspine Impingement führen) Apophysitis Spina iliaca anterior superior ■ Schleichender Beginn, kein akutes Ereignis ■ Druckdolenz über Spina iliaca anterior superior/ Beckenkamm ■ Die Wachstumsfuge des Beckenkamms schliesst sich erst mit 17–23 Jahren definitiv! ■ Röntgen nicht zwingend ■ Kurzzeitig NSAR, Kühlen, Physiotherapie ■ Sport, sobald keine Schmerzen mehr vorhanden ■ Die Masterclass Orthopädie 2 konzentrierte sich ganz auf das Thema Hüfte. Hier das Wichtigste in Kürze. Morbus Perthes ■ Kein Notfall ■ Typisches Alter 4–8 Jahre, Outcome schlechter bei Erkrankungsbeginn > (6 bis) 8 Jahre ■ Meist 1–2 Monate zwischen Symptombeginn und sichtbaren Zeichen im Rx ■ Stadienverlauf in Ausprägung und Dauer variabel, Endergebnis erst bei Wachstumsabschluss ■ Therapie: schwache Evidenzlage. Ziel: ContainmentErhalt. Operative und konservative Behandlungsstrategien. Wichtig ist Erhalt der Hüftbeweglichkeit (v.a. Abduktion) mit täglichen Heimübungen und regelmässiger Physiotherapie, kein High-Impact-Sport bis Ende der Reparationsphase, Stockentlastung bei starken Schmerzen Epiphysiolysis capitis femoris ■ Notfall ■ Durchschnittsalter 11–12 Jahre ■ Typisch positives Drehmannzeichen (bei passiver Hüftbeugung kommt es zur Aussenrotation und Abduktion) ■ Röntgen: Immer zweite Ebene und Gegenseite röntgen. Im ap-Bild teils schwer zu erkennen (Klein-Linie zeichnen!) ■ Therapie ist operativ. Meist auch prophylaktische Verschraubung der Gegenseite (bis 40% d. F. auch Gegenseite im Verlauf betroffen)

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