04 / 2025 JAHRESTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 23 REFERENTIN: DR. MED. AGNES SCHWIEGER-BRIEL Doppelfachärztin für Kinderheilkunde und Dermatologie, OAe mfB Zentrum Kinderhaut, Dermatologie, Universitäts-Kinderspital Zürich MODERATION: MAARTJE VANDEWALL Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Ärztezentrum Oberhasli, Meiringen AUTORIN: DR. MED. CÉCILE PFÄFFLI Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Praxis für Kinder- und Jugendmedizin Rebberg, Oberengstringen Korrespondenzadresse: kinderpraxis@hin.ch Workshop Ärzt:innen: Dermatologie 26 Masterclass Dermatologie: Blickdiagnosen in der Dermatologie lastig, Isotretinoin stop, orales Steroid 0,5-1mg/ kgKG/d 2–4 Wochen, Prävention Isotretinoin-Beginn langsam steigern (2 Wochen 10mg alle 2d, 2–4 Wochen 10mg tgl., 2–4 Wochen alternierend 10 und 20mg, dann 20mg tgl.). ■ Pityrosporon-Folliculitis: Junge Teenager, Männer- lastig, v.a. am Stamm, häufig im Sommer, monomorph, erythematöser Grund, kleine Pusteln, Ketokonazol Shampoo 2×/Woche inkl. Kopf, Itrakonzaol 200mg per os tgl. 2 Wochen. ■ Kutane Borreliose: Violette Schwellungen im Gesicht, nicht konstant über 4–6 Wochen, Amoxi 2–3 Wochen per os. ■ Tinea: systemische Therapie, wenn multilokal / tiefer Befund / Kopfregion. Dynamisch im Gegensatz zu Granuloma anulare (entsteht langsam, stabiler Befund, keine dermale Beteiligung). ■ Maligne Zeichen Naevi: Knubbelbildung, farbliches Fädenziehen. Herzlichen Dank an Agnes Schwieger und Maartje Vandewall! ■ Zu Beginn des lehrreichen Workshops von Dr. med. Agnes Schwieger-Briel frischten wir das Benennen von Hauterscheinungen auf. Genaues Beschreiben der Morphe mit den Kriterien Farbe, Oberfläche, Randbegrenzung, Ort, Verteilung, dermatologisches Muster wie Langlinien («Christmas tree» dorsal), Dermatome, Blaschko-Linien (V-förmig dorsal), Dynamik, Dauer, Alter und Geschlecht helfen in der Diagnosefindung. Zur Unterstützung können OpenEvidence ai oder Chat GPT beigezogen werden mit guten Resultaten, wenn bei der Suche «nicht halluzinieren» ergänzt wird. Einzelne Take home messages der vielen klinischen Beispiele: ■ Neonatal periumbilical erythema: NG Alter 2–3 Wochen, Rötung ohne Nässen schmetterlingsförmig periumbilical, abdominal, selbstlimitierend, Dauer bis 3 Monate. ■ Akne in jedem Alter möglich: Cave mid-child- -hood acne Alter 1–6 Jahre, DD late onset AGS, Pubertas praecox, Hyperplasie Nebennierenrinde. Cave Isotretinoin induzierte Akne fulminans: Knaben- Workshop Ärzt:innen: Infektiologie Vom Alltäglichen zur Herausforderung – Wenn der Teufel im Detail steckt REFERENT: PROF. DR. MED. CHRISTOPH BERGER Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie Infektiologie, Chefarzt für Infektiologie und Spitalhygiene, Stv. Direktor Medizinische Klinik, UniversitätsKinderspital Zürich (Eleonoren-Stiftung) MODERATION/AUTORIN: DR. MED. DANIELA KUSTER Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpraxis Obertor, Winterthur Korrespondenzadresse: d.kuster@hin.ch Tinea capitis erfordert eine lange systemische Therapie, weshalb ein Erregernachweis sinnvoll ist. Mykoplasmen- Pneumonien stellen diagnostisch eine Herausforderung dar; das Vorgehen richtet sich nach dem Ausschluss einer Pneumokokken-Pneumonie nach dem Allgemeinzustand des Kindes. Pertussis-Ausbrüche erfordern gezielte Abwägung, wer eine Prophylaxe oder Therapie benötigt. Abschliessend wurde die Lyme-Arthritis diskutiert, die klinisch nicht von einer juvenilen idiopathischen Arthritis zu unterscheiden ist. Zusatzuntersuchungen wie ein ausführliches Labor inklusive Blutsenkungsreaktion und BorrelienSerologie, eine radiologische Diagnostik und allenfalls eine Gelenkpunktion zusammen mit dem Gesamtbild sind entscheidend für die Diagnose. ■ In diesem Workshop konnten die Teilnehmenden praxisrelevante Themen wählen und anhand konkreter Fallbeispiele infektiologische Hintergründe für die klinische Praxis diskutieren. So genügen bei milder Impetigo meist desinfizierende Massnahmen, lokale Antibiotika sollen nur kurz eingesetzt werden, und nur bei ausgeprägten Verläufen ist eine perorale Therapie indiziert. Bei rezidivierenden Staphylodermien kann eine Dekolonisation mit bspw. Octenisan® Waschlotion, Bactroban® Nasensalbe und allenfalls Octenident® Mundspüllösung erwogen werden. Rötungen nach Mückenstichen sind nicht immer bakteriell und erfordern keine antibiotische Therapie – beim Skeeter- Syndrom helfen Antihistaminika. Die kutane Diphtherie ist weniger gefährlich als die Rachendiphtherie und zeigt, wie wichtig die Durchimpfung ist. Als Warnzeichen für eine Immunproblematik wurden die Merksätze ELVIS (Erreger, Lokalisation, Verlauf, Intensität, Summe) für die pathologische Infektanfälligkeit und GARFIELD (Granulome, Autoimmunität, RFI rezidiv. Fieber, Ekzematöse Haut, Lymphoproliferation, D chronische Darmentzündung) als Hinweise für eine Immundysregulation vorgestellt. Bei rezidivierendem Fieber helfen ein Fieberprotokoll und obenstehendes Flussdiagramm beim weiteren Vorgehen. Eine PFAPA-Syndrom: DD Adaptiert nach Aebi C. 2002 Periodische Fiebersyndrome (PFS) unregelmässig regelmässig häufig häufig Rez. Infektionen Allergie Häufige Kontakte (z.B. Krippe) Immundefekt PFAPA Mittelmeerfieber (FMF) Hyper-IgD Syndrom (HIDS) TNF- Rezeptor Defekt (TRAPS) Autoimmunkrankheit selten Zyklische Neutropenie Malaria Rückfallfieber EBV, HBV, Brucellose selten Klinik Information und Führung der Eltern Fieberprotokoll Therapieoptionen - Antipyrese (Paracetamol & Ibuprofen) - (Steriode - Tonsillektomie) Wang et al. World J Otorhinolaryngol-HeadNeck Surgery (2021) 7, 166e173 Adaptiert nach Aebi C. 2002
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