JAHRESTAGUNG 04 / 2025 KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 20 REFERENTIN: L. SUZANNE SUGGS, PHD, MSC, BBA AND CHES Professor of Social Marketing, Institute of Communication and Public Policy, University of Lugano MODERATION: DR. MED. SANDRA BURRI Vizepräsidentin Kinderärzte Schweiz, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpraxis am Bollwerk, Bern AUTORIN: DR. MED. BARBARA KÜLLING Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, speziell Entwicklungspädiatrie Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Schaffhausen Korrespondenzadresse: b.kuelling@hin.ch Vorprogramm Ärzt:innen Impfkritische Eltern: Communicating effectively with patients and parents zur richtigen Person, am richtigen Ort» gesagt werden. Wenn wir Ärzt:innen uns hingegen bei partizipatorischer Kommunikation nach Fragen bzgl. Impfungen erkundigen, kann dies dazu führen, dass die Eltern den Eindruck bekommen, dass Impfungen nicht automatisch zu einer guten medizinischen Versorgung und Prävention dazugehören und sie besser Fragen dazu haben sollten, da sie ja sonst nicht danach gefragt worden wären. Eine weitere spannende Tatsache, welche die Wichtigkeit der Impfberatung durch uns Ärzt:innen und unsere Mitarbeitenden betont, ist, dass die Impfraten höher sind, wenn die Eltern Informationen über Impfungen nur von Gesundheitsfachpersonen und nicht von anderen Quellen erhalten. Bei der Impfaufklärung sollten wir gut auf unsere Wortwahl achten und z.B. bei HPV von einer «sexuell übertragbaren» (nicht «übertragenen») Erkrankung sprechen, da sonst die Eltern von jüngeren Kindern denken, dies betreffe ihre Kinder noch nicht. ■ Kommuniziert ihr mit Eltern bzgl. Impfungen partizipatorisch oder präsumtiv? D. h. erfragt ihr die Meinung der Eltern und erkundigt euch nach ihren Fragen bzgl. Impfungen oder setzt ihr voraus, dass die Eltern ihr Kind bestmöglich schützen wollen, und kündigt z. B. zu Beginn einer Vorsorgeuntersuchung an, dass am Ende derselben Impfungen gegeben werden bzw. geplant sind? Die wohl für die meisten Zuhörenden überraschendsten Punkte beim exzellenten Vortrag von Prof. Dr. L. Suzanne Suggs zum Thema Impfberatung waren, dass bei einer präsumtiven Kommunikation Eltern Impfungen weitaus besser akzeptieren (74% gegenüber 4% bei partizipatorischer Kommunikation) und dass eine präsumtive Kommunikation auch bei impfkritischen Eltern wirkt. Dies kann dadurch erklärt werden, dass die wichtigsten Einflussfaktoren aufs Impfvertrauen Empfehlung, Wissen und Vertrauen sind, wobei bei präsumtiver Kommunikation die Empfehlung als sehr stark wahrgenommen wird. Um Vertrauen und Akzeptanz zu erhöhen, sollte «das Richtige genug oft (aber nicht zu oft), auf die richtige Art, Vorprogramm Ärzt:innen 2 SVUPP: «Schall mal» – Sonografie der Oberfläche auch in deiner Praxis! REFERENTIN: DR. MED. ALEXANDRA GOLL ANDRÉ Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Praxis Steinibach, Zollikofen MODERATION/AUTOR: DR. MED. MARTIN RÖSSLER Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderarztpraxis Kilchberg Korrespondenzadresse: mroessler@hin.ch Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis sind: ■ Frakturen: ersetzt oft Röntgenbilder, insbesondere bei Unterarmfrakturen. Eine Unterbrechung der Corticalis oder eine Stufenbildung kann erkennbar sein, besonders im Seitenvergleich. ■ Coxitis fugax: Nachweis von Flüssigkeit im Gelenkspalt. ■ Pneumonie: Oberflächliche Lungenentzündungen, bei denen Lungengewebe oder Ergüsse sichtbar werden, können dargestellt werden. ■ Fremdkörpersuche: Fremdkörper können oft anhand der von ihnen erzeugten Artefakte identifiziert werden. ■ Erkennen von Weichteilinfekten ■ Hodensuche ■ M. Osgood-Schlatter ■ Venenpunktionen Der Vortrag ermutigt dazu, weitere Techniken zu erlernen, um den Einsatz von Ultraschall über die Säuglingshüfte hinaus zu erweitern. ■ Kinderärzte, die Ultraschallgeräte zur Untersuchung von Säuglingshüften nutzen, können sie auch für andere Untersuchungen einsetzen. Für aussagekräftige Ergebnisse ist die korrekte Einstellung des Geräts entscheidend: ■ Frequenz: Eine höhere Frequenz verbessert die Auflösung von oberflächlichen Strukturen, verringert aber die Eindringtiefe. ■ Tiefe: Die zu untersuchende Struktur soll das Bild ausfüllen. ■ Verstärkung (Gain): Reguliert die Helligkeit des Ultraschallbildes. ■ Fokus: Stellt die maximale Schärfe auf der Höhe der zu untersuchenden Struktur ein. Wichtig ist das Verständnis von Bildartefakten. Sie können Pathologien vortäuschen, aber auch diagnostisch helfen. Ein Schallschatten tritt bei Knochen oder Luft auf, bei Spiegelartefakten wird eine Struktur doppelt dargestellt.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwNzMx