KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2025

04 / 2025 JAHRESTAGUNG KINDERÄRZTE. SCHWEIZ 19 REFERENT: PROF. DR. OEC. HSG ALFRED ANGERER Co-Leiter ZHAW Digital Health Lab, Winterthur AUTORIN: DR. MED. NICOLE HALBEISEN Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Vorstandsmitglied Kinderärzte Schweiz, Leiterin Arbeitsgruppe Jahrestagung, Praxispädiaterin in der Kinderarztpraxis Fidibus, Ebikon Korrespondenzadresse: nicole.halbeisen@hin.ch Hauptreferat Die Zukunft der Pädiatrie im Digital-Health-Zeitalter Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird weiter fortschreiten, und es ist in unserem eigenen Interesse, sie mitzugestalten. Digitalisierung passiert nicht von allein und nicht nebenher. Wir kommen nicht darum herum, uns selbst damit zu beschäftigen und dafür Ressourcen einzusetzen. Es lohnt sich, zuerst unsere Prozesse anzuschauen und uns gewisse digitale Kompetenzen durch Experimentieren anzueignen. Der Trost für die weniger Technikaffinen unter uns: Wir müssen nicht alles allein bewältigen. Wir dürfen uns die arktische Kurzschnabelgans zum Vorbild nehmen, welche in V-Formation fliegt, so Kräfte spart und dadurch Distanzen zurücklegen kann, welche im Einzelflug unerreichbar wären. ■ Alfred Angerer kündigte zu Beginn seines lebhaften und anschaulichen Referats zur Zukunft der Pädiatrie im digitalen Gesundheitszeitalter an, er werde in Bildern und Geschichten sprechen. So sind es denn auch drei Bilder, welche ich aus dem Vortrag mitnehme. So wertvoll die Kartoffel war, am Anfang war die Bevölkerung skeptisch. Bild: Adobe Stock Die bis dahin in Europa wenig bekannte Kartoffel setzte sich um 1750 nicht dank der fünfzehn Kartoffelgesetze durch, sondern dank Friedrich dem Grossen, welcher – überzeugt vom Wert der Knolle – deren Anbau forcierte und die Neugierde seiner Untertanen zu wecken verstand, indem er die Felder zum Schein bewachen liess. Der potenzielle Nutzen der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist immens; es fragt sich aber, wie der Transfer in die Praxen gelingen kann. Der bisherige Verlauf ist schleppend: 1,3 % der Bevölkerung besitzt ein elektronisches Patientendossier (EPD), viele Praxen sind laut neuester Studie bestenfalls im Mittelfeld bezüglich Digitalisierung. Pflegende benutzen ein Hoverboard, um die Anzahl Schritte zu reduzieren. Quelle: medinside.ch/ post/hoverboard-pflege- weniger-schritte-belastung- stress-china Bevor wir mit der weiterführenden Digitalisierung unserer Praxen beginnen, müssen wir unsere Bedürfnisse und Wünsche formulieren. Es lohnt sich, zuerst die Prozesse nach dem EVA-Prinzip zu durchleuchten, das heisst: Eliminiere zuerst das Unnötige und vereinfache danach die Prozesse. Die Automatisierung, resp. Digitalisierung folgt danach als letzter Schritt. Die arktische Kurzschnabelgans fliegt in V-Formation. Quelle: Adobe Stock

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