KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2018
BERUFSPOL I T I K 04 / 2018 K I N D E R Ä R Z T E . SCHWEIZ 14 E s gab einmal eine hübsche Kolumne im «Berner Bund», in der das Wichtigste «for se bisi riider» zu- sammengefasst wurde, sehr unterhaltsam. Die stark be- schäftigte Leserin darf ohne schlechtes Gewissen den ersten Paragraphen überspringen. Aktuell laufen zwei Unterschriftensammlungen, bei de- nen mfe involviert ist («Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung»; «Krankenversiche- rung. Für die Organisationsfreiheit der Kantone.») Auf Bundesebene sind 24 Vernehmlassungsverfahren offen, 9 davon im Departement des Innern EDI und 7 davon betreffen die Ärzteschaft, so zum Beispiel: • Änderung des Bundesgesetzes über die Kranken versicherung (Massnahmen zur Kostendämpfung – Paket 1) • Ausführungsrecht zum Gesundheitsberufegesetz (GesBG) vom 30. September 2016 • Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) (Kostenneutralität und Pflegebedarfsermitt- lung) • Anpassung des Vertriebsanteils nach Artikel 38 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) Bundesratswahlen stehen an. Wird es einen Wechsel im EDI geben? Es ist zwar sessionslose Zeit. Der parla- mentarische Betrieb ruht trotzdem nicht und der Wind weht uns entgegen. In der Öffentlichkeit muss dem unsäglichen von Santésuisse geäusserten Vorwurf der «skandalösen Selbstbedienungsmentalität der Ärzte- schaft» entgegengetreten werden. Durch die Image- kampagne von mfe erhitzte Gemüter müssen beruhigt werden. Eine neu gegründete Parlamentariergruppe für Kinder- und Jugendmedizin braucht Ressourcen, perso- nelle und finanzielle. Zahlreiche Diskussionspanels er- fordern die Anwesenheit der Medizinischen Grundver- sorger (Palliative Care, Impfstrategie, Schnittstellen im Frühbereich, Seniorenfahrtüchtigkeit, Antibiotikaresis- tenz, …you name it). Und dann gibt es noch den Tarif. Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» Weder der Bundesrat noch das Parlament ist gewillt, Suchtmittelwerbung, die auf Kinder und Jugendliche zielt, zu verbieten. Was gibt es dazu noch zu sagen? Unterschriften für die Initiative sammeln! Jetzt! https://kinderohnetabak.ch/mitmachen/ Vernehmlassung «Massnahmen zur Kostendämpfung» Im März 2018 hat der Bundesrat einen von Experten er- arbeiteten – zum Teil aus Deutschland kopierten – Ka- talog mit 38 Massnahmen zur Kostendämpfung entge- gengenommen (131 Seiten unter: https://www.newsd . admin.ch/newsd/message/attachments/50084.pdf ). Te- nor: «Längerfristige Einsparungen von mehreren Hun- dert Millionen Franken pro Jahr sind möglich.» Nun ist das erste Paket mit 9 Massnahmen in der Ver- nehmlassung (https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/ versicherungen/krankenversicherung/kostendaempfung- kv.html), 11 Seiten Gesetzestext, 75 Seiten Erläute- rungen. Es geht dabei unter anderem um ein Refe- renzpreissystem für Medikamente (das günstigste soll vergütet werden), Datenlieferungen an den Bund, Kos- tensteuerung durch die Leistungserbringer und Versi- cherer, Nationale Tariforganisation im ambulanten Be- reich, Experimentierartikel zur Erprobung alternativer Abgeltungsmodelle und die Förderung von Pauschalen im ambulanten Bereich. Während einige Massnahmen aus ärztlicher Sicht unbestritten bleiben, werden ande- re heiss debattiert bis vehement abgelehnt. Diese Debatte bindet erhebliche Ressourcen von mfe (und FMH). Anpassung des Vertriebsanteils nach Artikel 38 der Krankenpflege- Leistungsverordnung (KLV) Gemäss Bundesrat ist «das Ziel dieser Anpassung die Verminderung von negativen Anreizen bei der Abga- be und beim Verkauf von Arzneimitteln sowie die För- derung der Abgabe von preiswerten Generika. Zudem DR. MED. ROLF TEMPERLI, EHRENMITGLIED KINDERÄRZTE SCHWEIZ, BERN Korrespondenzadresse: temperli-rossini@bluewin.ch Return on Investment Warum die Berufsverbände etwas kosten und deren Impact nicht immer offensichtlich ist In der Öffentlichkeit muss dem unsäglichen von Santésuisse geäusserten Vorwurf der «skandalösen Selbstbedienungsmentalität der Ärzteschaft» entgegengetreten werden.
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