KINDERÄRZTE.SCHWEIZ 4/2018

K I N D E R Ä R Z T E . SCHWEIZ 11 Organisation / Geschäftsstelle: Trotz seiner übervollen Agenda hat sich der Geschäfts- führer des BVKJ freundlicherweise Zeit genommen, um sich mit seinem Schweizer Pendant zu treffen. Abge- sehen von der Grösse (den 765 KIS Mitgliedern stehen 12000 Mitglieder des BVKJ gegenüber) und der bereits erwähnten heterogenen Struktur des Verbandes gibt es in der Organisation der Geschäftsstellen zahlreiche Paral- lelen: Wo bei KIS jedoch viele Arbeiten auf drei Personen aufgeteilt sind, kümmert sich beim BVKJ ein Team von 26 Mitarbeitenden um die administrativen Belange in den Bereichen Mitgliederservice, Berufspolitik, Kom- munikation, Fortbildungen, Verbandszeitschrift, Tagun- gen und Buchhaltung. Beide Verbände befassen sich mit ähnlich gelagerten politisch und gesellschaftlich rele­ vanten Themen, welche die Kinder- und Jugendmedi- zin betreffen. Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Organisationen – sicherlich begründet durch die unterschiedlichen medizinischen Systeme beider Länder – ist der gefragte Service des BVKJ, seinen Mit- gliedern als Berater in allen Praxis- und Honorarfragen, in Versicherungsangelegenheiten sowie bei rechtlichen Problemen beizustehen. Der Geschäftsführer unserer deutschen Kollegen ist daher auch Doktor der Rechts- wissenschaften. Podiumsdiskussion: Eine berufspolitische Podiumsdiskussion mit Vertretern der Pädiater aus Spital und Praxis sowie der Assistenz­ ärzte und Studenten zeigte verschiedene sowie inte­ ressante Sichtweisen auf die derzeitige Problematik des Nachwuchses. Herauszustreichen wäre insbesonde- re die klare Botschaft der Studenten: Stellen Sie Ihren Fachbereich im guten Licht dar und es werden genü- gend junge Kollegen die Pädiatrie als Berufsweg wäh- len! Es wird also positive Werbung statt Klagen über ei- nen Mangel gewünscht. Berufspolitik: Wir haben an der Sitzung zu europäischen Berufsorga- nisationen teilgenommen. Es gab ergänzende Informa­ tionen zum Treffen vomMai in München (siehe auch den entsprechenden Beitrag in KIS News Nr. 3/18) sowie neue Inputs. Es zeigte sich wiederum, wie schwierig es ist, ver- bindliche gemeinsame Stellungnahmen im europäischen Kontext zu erarbeiten – insbesondere zur Ausbildung der Pädiater. Auch wenn dies in mancherlei Hinsicht nützlich wäre (vergleichbare Ausbildungen und Grundlagen), so stellt sich hier die Frage, ob dies in diesem Bereich un- ter diesem (Arbeits- und Zeit-) Aufwand zwingend not- wendig oder gar machbar ist. Was aber sicherlich wichtig und sinnvoll ist, das ist der gegenseitige Informationsaus- tausch. Aus diesem Grund ist zu überlegen, ob KIS nicht bei einem der nächsten Treffen von EAP (European Aca- demy of Paediatrics) und/oder ECPCP (European Confede- ration of Primary Care Paediatricians) – zunächst als Gast – dabei sein sollte, in Zukunft idealerweise mit verbesser- ter Absprache mit der SGP, welche in beiden Dachorga- nisationen eigentlich Einsitz hat.  Nebst dieser Sitzung haben wir etliche informelle Ge- spräche geführt. Diese betrafen fachliche, berufspoliti- sche sowie organisatorische Fragen. Dabei wurde weite- re Zusammenarbeit aufgegleist – so z.B. in Form weiterer Treffen, gemeinsamer Kurse oder eines Handbuchs für die MPAs (welches der BVKJ bereits aufgelegt hat). Zusammenfassung: Es waren drei spannende, interessante und lehrreiche Tage. Neben der fachlichen Fortbildung in unterschied- licher Form bemühen sich auch unsere deutschen Kol- legen bei ihren Jahrestagungen darum, die Berufspolitik zu integrieren – und publik zu machen. So findet alljähr- lich während des Ärztetags eine gut besuchte Presse- konferenz im Bundespressehaus in Berlin statt. Zudem war die starke Beteiligung der MPAs auffallend: Neben 300 Ärzten waren 420 MPAs dabei.  Die berufspolitischen Vorstellungen und Wünsche sind bekanntlich in beiden Ländern in den meisten Punkten deckungsgleich; die Voraussetzungen und die aktuelle Situation hingegen durchaus unterschiedlich. Daraus er­ gibt sich die Möglichkeit, voneinander zu lernen – in positiver sowie negativer Hinsicht. Dies bestätigt den Sinn des eingeschlagenen Weges der Kooperation – der nächste Austausch findet Ende September beim österrei- chischen Kinderärztekongress in Linz statt. ■ 04 / 2018 VERBANDSZ I ELE UND IHRE ERRE I CHUNG

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